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Lophodermium petiolicola Fuckel

Deutscher Name nicht bekannt  -  V=1  - 18.05.2018 MTB 5919.3.3 Ansfeldwald bei Rodgau-Dudenhofen, an zahlreichen vorjährigen, feucht liegenden Blattstielen von Roteichen - leg. det. Exs. u. Foto Dieter Gewalt


 Lophodermium petiolicola.jpg

Der deutsche Gattungsname "Spaltlippe" ist eigentlich schon eine recht gute Beschreibung der winzigen Fruchtkörper, deren Struktur nur mit einer Lupe zu erkennen ist. Auch die Beschreibung "schiffchenförmig" ist passend. Mit einem Fachbegriff werden sie Hysterocethien genannt. Weltweit gibt es 145 Arten, in Mitteleuropa dürften es ca. 15 bis 20 sein.

Spaltlippen leben saprobiontisch, einige auch parasitisch, an diversen Pflanzenteilen. Manche sind wirtsspezifisch, d. h. anhand ihrer Form und des Substrats einfach zu bestimmen.

Das trifft auch auf die "Roteichen-Blattstiel-Spaltlippen" Lophodermium petitiolicola zu. Sie wachsen auf den Blattstielen vorjähriger Roteichenblätter. Auf einem einzigen Blattstiel können Dutzende von ihnen erscheinen. Einzelne Fruchtkörper erreichen Längen von ca. 2 mm, mitunter sind auch mehrere von ihnen miteinander und mit einem durchgehenden Spalt verbunden (siehe im Foto oben rechts), wobei sie mehrfach gebogene Ketten und eine insgesamt größere Länge bilden können.

Die Häufigkeit der Art ist wohl mangels gezielter Suche und Unkenntnis dieser in populärer Pilzliteratur nicht erwähnten Gruppe nicht hinreichend erkannt oder dokumentiert. Im Verbreitungsatlas (Krieglsteiner 1993) sind für Deutschland gerade mal 4 Fundpunkte eingetragen.  (Dieter Gewalt, Mai 2018)

 

Siehe auch Kiefernspaltlippe Lophodermium pinastri