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Leucogyrophana mollusca (Fr.) Pouzar

Kiefernfältling

09.10.2001 MTB 5918.4.3 Lichteichenwald bei Dietzenbach, an Kiefernstumpf - Foto: D. Gewalt


 

 

 

Manche Pilze weisen Strukturen auf, bei denen es sich lohnt, genauer hinzuschauen. Vor allem ihre Hymenien sind oft sehr formenreich gestaltet wie z. B. beim Eichenwirrling, Spaltblättling oder Orangeroten Kammpilz, denen man in fast jedem Wald begegnen kann. Wesentlich seltener ist unser Kiefernfältling. Seine meist resupinat wachsenden Fruchtkörper sind faltig-wellig bis poroid und von auffallend schöner orange-gelber Farbe. An senkrechten Substraten können auch kleine Hütchen ausgebildet werden. Die weichfleischigen Überzüge lassen sich leicht zertrennen und vom Untergrund lösen, ihre infertilen Ränder sind filzig weiß. Der Pilz wächst an totem Nadelholz, vorzugsweise von Kiefern, auch an verwitterten Brettern und Balken. Einer der wenigen deutschen Verbreitungsschwerpunkte liegt im Rhein-Main-Neckar-Gebiet. (Jan. 2009, Dieter Gewalt)

 

+ Wie schon 1997 von Besl und Bresinsky vermutetet, ist die Gattung Leucogyrophana polyphyletisch, also von ihrer Entstehungsgeschichte nicht einheitlich. Besl machte das am Chemismus der einzelnen Arten fest. Bestätigt wurde dies durch Sequenzierungsergebnisse z. B. von Binder und Hibbett 2006. Leucogyrophana mollusca steht verwandtschaftlich ganz nah bei Hygrophoropsis aurantiaca (dem Falschen Pfifferling) und der Gattung Suillus. Die Art gehört also zur Familie Hygrophoropsidaceae, zumindest nach Meinung diverser Mykologen, falls diese Gattung so beibehalten wird. Ob der Name Leucogyrophana bleiben wird, sei dahin gestellt, denn wenn man die Gattung aufteilt, muss ja für einen Teil der Name geändert werden. Welcher Teil das sein wird, wird man irgendwann sehen. (Jan. 2009, Hermine Lotz-Winter)