Leucoagaricus americanus (Peck) Vellinga

Büscheliger Egerlingsschirmling

Syn.: Leucoagaricus bresadolae - V=0 - 20.07.2002 MTB 5918.4.3 Dietzenbach, Offenbacher Straße, auf Holzhäcksel - Exs. u. Dia D. Gewalt


 

Pilzfreunden bietet die Stadt Dietzenbach einen ganz besonderen Service. Ein deutlich sichtbares rundes Schild weist darauf hin, wo mitten im Stadtgebiet besonders seltene Arten zu finden sind. Der weiße Pfeil auf blauem Grund zeigt genau auf den Wuchsort der Rarität in einem mit Holzhäcksel bestreuten, ungepflegten Mini-Beet von kaum 2 qm Ausdehnung auf einer Verkehrsinsel. Zu bemängeln wäre nur die fehlende Information, um welche Spezies es sich handelt. Da bleibt dem Pilzfreund keine andere Wahl, als die erforderliche Bestimmungsarbeit selbst zu leisten.

 

Spaß beiseite: in solchen unscheinbaren Biotopen sind durchaus bemerkenswerte Arten zu finden, sofern man ihnen die nötige Aufmerksamkeit schenkt. Gut möglich, dass es sich sogar um einen hessischen Erstfund handelt. Wie so oft habe ich auch diese Kollektion meinem "Findling" Tui zu verdanken. Die meisten Arten der nicht sehr populären Gattung Leucoagaricus sind relativ leicht zu bestimmen. So auch der Büschelige Egerlingsschirmling. Mit bis zu 16 cm Hutdurchmesser gehört er zu den größten Vertretern. Sein schuppiger Hut lässt auf den ersten Blick einen Riesenschirmling vermuten, wegen des einfachen und häutigen Rings kommt eine Macrolepiota jedoch nicht in Betracht. Auffallend ist das nach einiger Zeit einsetzende dunkelweinrote Anlaufen des gesamten Pilzes. Die Verfärbung bleibt am Exsikkat erhalten und lässt dann kaum noch vermuten, dass man einen Weißsporer vor sich hat. Wichtigstes Artkennzeichen neben dem büscheligen Wachstum: beim Anschneiden frischer Fk ist zunächst eine Gelbverfärbung zu beobachten, am deutlichsten unter der Huthaut. (Dieter Gewalt)

+ 27.08.2005 MTB 5816.4.3: ca. 20 Fk in mehreren Gruppen auf einer mit Mist untermischten Rindenmulchfläche an der Lorsbacher Kläranlage. (Thomas Lehr)

+ 30.08.2008 MTB 5917.3.2: ca. 10 FK an einem Mulchhaufen auf der alten Startbahn des Frankfurter Flughafens. (Hermine Lotz-Winter)

 

 

(Foto: Hermine Lotz-Winter)