Clathrus ruber Micheli:Pers.

Roter Gitterling

V=4 (RM=3) - 22.06. bis 09.07.2007 MTB 5817.4.2 Grüneburgpark Frankfurt - Fotos: N. Kühnberger


 

Die Einmaligkeit seiner Gestalt macht den Roten Gitterling unverwechselbar. Lediglich im Hexeneistadium könnte der Finder fehlgeleitet werden. Die schon bald durchschimmernde zart rötliche Tönung lässt ihn vielleicht an einen Tintenfischpilz denken. In mehr als 99,9% der Fälle wird er mit dieser Vermutung richtig liegen, denn der Gitterling ist in Mitteleuropa ein sehr seltener und nur sporadisch erscheinender Pilz. Nur wenige Naturfreunde hatten das Glück, ihn einmal zu Gesicht zu bekommen. Im Mittelmeerraum wie auch in tropischen oder subtropischen Regionen ist die Art dagegen häufiger.

 

 

Das Rhein-Main-Gebiet und hier speziell der Raum Frankfurt ist laut Verbreiungsatlas eine der wenigen Verdichtungsareale. Unser Fund im Grüneburgpark bestätigt, was auch andernorts in unseren Breiten gilt: Clathrus ruber ist eine synanthrope, d. h. kulturfolgende Art. Hier hat Norbert Kühnberger seine eindrucksvolle Bilderserie aufgenommen, die die Entwicklung bis zum reifen Pilz dokumentiert. Man achte besonders auf die Struktur des Hexeneis, das den Fotografen an die Konturen eines Fußballs erinnert hat. Trefflich beobachtet und schon ein untrügliches Indiz dafür, dass ein Gitterling daraus schlüpfen wird. Beim Vergleich mit dem Fußball muss aber auf die Größenverhältnisse hingewiesen werden. Die Hexeneier erreichen kaum den Durchmesser eines Tischtennisballs und ausgewachsene Fruchtkörper höchstens 10 cm. (Mai 2008, Dieter Gewalt)

 

 

 

 

+ 09.08.2014 weitere Gitterlinge in einem Privatgarten in Heusenstamm MTB 5918.2.4 (W. Sommer) Foto unten links: Dieter Gewalt, unten rechts: Frank Kaster

+ 11.08.2014 zwei voll entwickelte Fruchtkörper an einem Waldwegrand bei der Alten Babenhäuser Straße, Dietzenbach-Steinberg, MTB 5918.4.1