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Calocybe constricta (Fr.) Kühner 1938

Gegürtelter Schönkopf

Syn.: Tricholomella constricta - V = 1 (RM = 0) - 05.11.2012 MTB 6217.4.1 Zwingenberg, im Stadtpark am Wegrand im Gebüsch - leg./det./Foto/Exs. Michael Hornung


 

 

Eigentlich wollte ich nur mal kurz mit meinem Hund Bento Gassi gehen, direkt vor meiner Haustür im Zwingenberger Stadtpark. An einer Stelle eines Busches, an der er sich besonders gern erleichtert, entdeckte ich 5 kleine weiße Pilze. Schon bei der Entnahme eines Fruchtkörpers bemerkte ich einen aufdringlichen Geruch nach Mehl, der mich an den Maipilz erinnerte. Zu dieser Jahreszeit konnte es sich selbstverständlich nicht um Calocybe gambosa handeln. Der Geruch brachte mich jedoch auf die Idee, eine Art aus der Gattung der Schönköpfe in Betracht zu ziehen. Ein typisches Erkennungsmerkmal dieser Gattung ist die siderophile Granulation der Basidien, die mit Hilfe von Karminessigsäure und Eisenbeize mikroskopisch nachzuweisen ist. Eine siderophile Granulation war vorhanden. Zudem fielen die deutlich warzigen, ellipsoiden Sporen mit 4,5-6 x 7-9 schon um einiges größer aus als bei anderen Vertretern dieser Gattung, sodass man nach mikroskopischer Untersuchung einen Namen vergeben konnte. Es handelt sich um Calocybe constricta, den Gegürtelten Schönkopf. Seinen Namen verdankt dieser Pilz einer gut erkennbaren Gürtelzone, die sich oberhalb der Stielbasis befindet. Es ist eine Art, die mit Vorliebe an stark frequentierten Wegen, z.B. in Parks, erscheint. Ausschlaggebend scheinen Stellen zu sein, an denen zuvor uriniert wurde.

Für mich ist es von ganz besonderer Freude, dass möglicherweise mein Hund dazu beigetragen hat, dass sich dieser seltene Pilz hier entwickeln konnte. Dafür gab es dann als Belohnung eine Extraportion ... Wasser. (Nov. 2012, Michael Hornung)