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2011-04-21 Aktuelle Kurznachrichten 2010

 

Gratulation! Unser FundGroup-Mitglied Irmtraut Lampert hat bei der DGfM mit Erfolg die Pilzsachverständigenprüfung abgelegt. Und als neues Fundkorb-Redaktionsmitglied betreut sie die ebenfalls neue Rubrik Fundkorb-Küche, für die um eifrige Mitwirkung gebeten wird. Auch Dietmar Krüger hat mit Erfolg seine Prüfung als Pilzberater bestanden.

 

 

 

 

 

 

 

03.09.2010 Von Ulrich Schmitt in einem Weiskirchener Garten (Stadt Rodgau, Landkreis Offenbach, MTB 5919.1.4) entdeckt und fotografiert: die Himbeerrote Hundsrute Mutinus ravenelii.

Im Verbreitungsatlas für Großpilze sind für diesen Pilz gerade mal 14 Fundpunkte eingetragen, die sich alle in Nord- und Nordostdeutschland befinden. Es könnte sich also um einen Erstfund für Hessen handeln. Laut Ewald Gerhardt tritt die Art nur sehr sporadisch in besonders feuchtwarmen Sommern auf und wird gern und schadlos von Hunden verspeist.

 

 

30.08.2010 Amanitin-Vergiftung: Ein Kind hat einen Pilz in den Mund gesteckt - das ist der häufigste Grund, einen Pilzsachverständigen zu Rate zu ziehen. Meist ist die Sache harmlos, die Kinder haben einen Nelkenschwindling oder einen Heudüngerling "erwischt" und auch nichts abgebissen und geschluckt. Es kann aber auch ganz anders sein. Letzte Woche wurden zwei Kinder im Rhein-Main-Gebiet in eine Klinik eingeliefert, in deren Urin Amanitin nachgewiesen wurde. Eines der Kinder hatte auf dem Schulhof einen Grünen Knollenblätterpilz in den Mund gesteckt, das andere auf einer Wiese einen giftigen Schirmling. Die Pilze wurden in beiden Fällen von der Pilzsachverständigen Hermine Lotz-Winter identifiziert, daraufhin wurde in der Klinik die Therapie eingeleitet. Die Kinder hatten offenbar mehr von den Pilzen verschluckt, als vor Ort erkenntlich war. Sie sind inzwischen wieder wohlauf. - Immer wenn Kinder Pilze in den Mund genommen haben, sollte der zuständige Giftnotruf (hier Gift-Notrufzentrale Mainz 06131 19240) angerufen oder ein Arzt oder eine Klinik aufgesucht werden. Der Pilz oder seine Reste müssen aufgehoben und von einem Pilzsachverständigen bestimmt werden. Je schneller das erfolgt, umso besser. Heute können Vergiftungen mit dem potentiell tödlichen Knollenblätterpilz bei rechtzeitigem Eingreifen erfolgreich behandelt werden.

10.08.2010 Im Nauheimer Oberwald (MTB 6017.2.1, an der BAB-Ausfahrt Richtung Langen) wurde ein erst 2003 beschriebener und offenbar rasant in Ausbreitung begriffener Neomycet gefunden: der Runzelige Ackerling Agrocybe rivulosa. Er wuchs hier auf einem Holzhäcksel-Lagerplatz in dichten Büscheln, insgesamt über 100 Fruchtkörper. Bereits vier Tage zuvor war die Art bei Offenthal (MTB 6018.2.1) auf einem ähnlichen Substrat und ebenfalls büschelig wachsend festgestellt worden. In seinem ersten Fundkorb-Beitrag berichtet Michael Hornung ausführlich über diese bemerkenswerte Art. (>>>)

13.06.2010 Ein bemerkenswerter Fund gelang bei unserer FundGroup-Wanderung am Gleisner Kopf bei Dreieich-Offenthal. Die seltene in Mitteleuropa nur wenige Male nachgewiesene Kollarett-Kernkeule Cordyceps larvicola wuchs an einem Wegrand in einem Polster von Katharinenmoos (Atrichum undulatum). In Deutschland wurde sie nach unserem Wissensstand vier Mal gefunden - davon drei Mal von uns im Rhein-Main-Gebiet. Laut Literatur parasitiert sie auf Käferlarven der Gattungen Helops und Callidium.

Mehr über diese Rarität in einem Fundkorb-Beitrag von Dieter Gewalt und Hermine Lotz-Winter >>>

 

12.06.2010 Während einer Erkundung im Rahmen unseres Bieber-Projekts ("Von der Quelle bis zur Mündung") auf dem Friedhof Offenbach-Bieber (MTB 5918.2.2) gefunden: 1. Grauweiße Lorchel Helvella costifera (dicht knäuelig auf blanker Erde und in kurz gehaltenem moosigen Gras, über 100 Fruchtkörper; mehr über diesen Fund in Kürze in der Rubrik Fundkorb) - 2. Glattstieliger Hexenröhrling Boletus queletii (auf Rasenfläche unter Linde) - 3. Ziegenlippe Xerocomus atramentarius, aus einer Fuge in einer Natursteinwand in etwa 60 cm Höhe herauswachsend. (Dieter Gewalt)

30.04.2010 Frühe Stockschwämmchen: zwei Büschel am Rand einer feuchten Waldwiese bei Darmstadt, Nähe Oberwaldhaus (UG Woogsberg, MTB 6118.1.1), an Totholz im Gras, vermutlich Buche oder Erle. (Irmtraut Lampert)