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Fundliste 28.08.2011 MTB 5918.4.1

Vhs-Exkursion im Steinberger Wald

  

 

Rorbrauner Scheidenstreifling                      Grüner Knollenblätterpilz                                   Trompetenpfifferling

Gemessen an den Funden, die zur Zeit aus anderen Wäldern unserer Region berichtet werden, war unsere heutige Exkursion doch recht erfolgreich. Es konnten die Merkmale der Täublinge gezeigt werden, es wurden zwei Pfifferlings- und vier Wulstlingsartenarten gefunden und als schönster Fund des Tages das seltene Goldblatt.

Täublinge wie auch die sehr nahe mit ihnen verwandten Milchlinge zeichnen sich durch brüchiges Fleisch aus, das sich ähnlich wie Styropor in der Hand zerbröckeln lässt. Die Lamellen splittern, wenn man mit dem Fingernagel darüber streicht (mit einer einzigen Ausnahme, dem Frauentäubling), weshalb die Familie als Sprödblättler bezeichnet wird. Von den insgesamt sieben gefundenen Arten wurden fünf näher vorgestellt und mit etwas Training war man schon in der Lage, die Gattungszugehörigkeit eines Täubling aus wenigen Metern zu erkennen.

Häufigste Vertreter der Wulstlinge waren der Rotbraune Scheidenstreifling und der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz.

Ein Stamm voller Schmeterlingstrameten (Trametes versicolor)

 

        Fundliste (es sind nur ausgewählte, besonders beachtete oder besprochene Arten aufgeführt):

  1. Amanita fulva - Rotbrauner Scheidenstreifling (Kennzeichen: meist sehr deutlich ausgeprägte häutige Scheide am Stielgrund, gestreifter Hutrand, rotbraune Huthautfarbe. Die Art ist der mit Abstand häufigste Scheidenstreifling in unserer Region. Er ist essbar, aber die meisten beurteilen ihn als nicht besonders schmackhaft. Die Scheidenstreiflinge gehören zur Gattung der Wulstlinge = Amanita; mehr zu diesem Pilz >>>)
  2. Amanita phalloides - Grüner Knollenblätterpilz  (dieser Giftpilz ist für ca. 95% der schweren, oft sogar tödlichen Pilzvergiftungen in Mitteleuropa verantwortlich. Seine Lamellen sind weiß, erreichen den Stiel nicht, der Stiel ist beringt und die Knolle am Stielgrund steckt in einer häutigen Scheide, die den ganz jungen Pilz vollkommen umschließt. Die Hutfarben variieren von dunkel grasgrün über hell gelbgrün bis weiß, sind also kein verlässliches Bestimmungsmerkmal. Der Grüne Knollenblätterpilz ist in unserer Region häufig und meist bei Eichen zu finden, gelegentlich auch bei anderen Laubbäumen wie Buche, Hainbuche, etc.)
  3. Amanita porphyria - Porphyrbrauner Wulstling (eine nicht sehr häufige Wulstlingsart im Nadelwald)
  4. Amanita rubescens - Perlpilz   Er hat eine zwiebelig verdickte Stielknolle, einen oberseits gerieften Ring, aber keine häutige Scheide am Stiegrund. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zu ähnlichen Arten sind die meist irgendwo am Pilz erkennbaren fleischrötlichen Farbtöne. Der Perlpilz ist essbar, darf aber nur von Pilzfreunden gesammelt werden, die ihn sicher von seinen Doppelgängern Pantherpilz (giftig) und Gedrungener Wulstling (nicht schmackhaft) unterscheiden können.
  5. Auricularia auricula-judae - Judasohr (als China-Morchel Bestandteil vieler asiatischer Gerichte. Wächst an totem Holz, bei uns vor allem an Holunder, aber auch an sehr vielen anderen Substraten wie Buche, Robinie, etc.; siehe auch den Fundbericht von Bärbel Heckmann)
  6. Boletus pulverulentus - Starkblauender Röhrling (gehört wie der Steinpilz zu den Dickröhrlingen. Auffallend seine leuchtend gelben Poren, die wie alle Teile des Pilzes bei Berührung oder im Anschnitt schwarzblau anlaufen. Trotz der nicht gerade vertrauenerweckenden Verfärbung ein guter Speisepilz, aber nicht gerade häufig. In manchen Jahren überrascht er mit Massenvorkommen)
  7. Cantharellus cibarius - Pfifferling (gehört zu den Leistlingen; der Unterschied zwischen Leisten und Lamellen wird bei einer der nächsten Exkursionen anschaulich erklärt und gezeigt werden. Wir haben bei unserer Wanderung etwa ein Dutzend dieser begehrten Speisepilze an verschiedenen Standorten gefunden. Er ist in der Rhein-Main-Ebene nicht gerade häufig, kommt aber in fast allen Wäldern vereinzelt vor)
  8. Cantharellus tubaeformis var. lutescens - Gelbstieliger Trompetenpfifferling (mit dem Pfifferling verwandt; typisch sind die oft wie durchbohrt erscheinenden Fruchtkörper, die in ihrem Aussehen tatsächlich an Trompeten erinnern; guter Speisepilz, von dem wir doch eine beachtliche Menge gefunden haben)
  9. Clathrus archeri - Tintenfischpilz (nur im Hexeneistadium gefunden; mehr >>>)
  10. Clitocybe clavipes - Keulenfußtrichterling (der Stiel dieses Pilzes ist nach unten keulig verdickt und enthält, wenn es nicht zu trocken ist, eine Menge Wasser, das auf Druck herausrinnt; in der Gattung der Trichterlinge gibt es etliche stark giftige Arten)
  11. Gyroporus castaneus - Hasenröhrling (Kennzeichen: sehr festes, nicht verfärbendes Fleisch, gekammert-hohler Stiel; letzteres Merkmal war bei unserem Fund sehr undeutlich ausgeprägt. Guter Speisepilz, in manchen Jahren in einigen Wäldern der Rhein-Main-Ebene nich selten)
  12. Hypholoma fasciculare - Grünblättriger Schwefelkopf (in vielhütigen Büscheln an Laub- und Nadelholz wachsender Pilz mit schwefelgelben Hüten und grünen Lamellen, die bei jungen Pilzen gelb sein können. Der Pilz ist sehr häufig, fehlt in keinem Wald, ist bitter und magen- darmgiftig)
  13. Otidea onotica - Eselsohr
  14. Phylloporus pelletieri - Goldblatt (wegen Seltenheit zu schonen; war wohl der Fund des Tages)
  15. Pycnoporus cinnabarinus - Zinnobertramete (an totem Rotbuchenast gefunden, wegen seiner zinnoberroten Farbe ein attraktiver Anblick)
  16. Russula acrifolia - Scharfblättriger Schwärztäubling
  17. Russula amara - Buckeltäubling (siehe Fotoalbum und den Artikel "Gibt es bittere Täublinge?")
  18. Russula emetica var. sylvestris - Kiefern-Speitäubling
  19. Russula nigricans - Dickblättriger Schwärztäubling (siehe Fotoalbum Tour 1: 20 Pilze von A bis X)
  20. Russula ochroleuca - Ockertäubling (es ist uns wohl gelungen, einen ersten Eindruck von dieser farbenfrohen und sehr artenreichen Gattung zu bekommen. Täublinge werden auch bei der nächsten Exkursion ein Schwerpunktthema sein, bei der wir dann hoffentlich auch ein paar essbare Vertreter finden werden. Um Täublinge zu bestimmen, ist in vielen Fällen eine Geschmacksprobe hilfreich. Scharf schmeckende Täublinge snd nicht für die Küche geeignet. Sie sind entweder ungenießbar oder magen- darm-giftig, wie z. B. die Speitäublinge. Die mit Abstand häufigste Art ist der für die Küche nicht empfehlenswerte Ockertäubling)
  21. Strobilomyces strobilaceus - Strubbelkopfröhrling (die meisten Teilnehmer haben diesen Röhrling mit seiner ungewöhnlichen trüb grauschwarzen Erscheinung zum ersten Mal gesehen; für die Küche ist er kaum zu empfehlen)
  22. Trametes gibbosa - Buckeltramete
  23. Trametes versicolor - Schmetterlingstramete (siehe Fotoalbum Tour 5: Pilze an Holz)
  24. Tylopilus felleus - Gallenröhrling (Doppelgänger des Steinpilzes, auf den selbst erfahrene Sammlern immer mal wieder herienfallen. Er ist nicht giftig, aber so bitter, dass ein einziges Exemplar ein ganzes Steinpilzgericht ruinieren kann. Kennzeichen: erhabenes, braunes Netz am Stiel; die jung weißen Röhren werden bald rosa und wölben sich polsterförmig unter dem Hut. Im Zweifelsfall hilft eine Geschmacksprobe. Meist reicht es schon, am angeschnittenen Hutfleisch zu lecken. Scheint zur Zeit massenhaft in unseren Wäldern vorzukommen, an Nadelbäume gebunden)
  25. Xerocomus chrysenteron - Rotfußröhrling (nur ein oder zwei Exemplare gefunden)
  26. Xerula radicata - Grubiger Schleimrübling (meist auffälliger, langstieliger Pilz an morschen Baumstümpfen; essbar, als Mischpilz verwendbar)