Statistik
Startseite > Fundlisten > Fundliste 16.06.2012 MTB 5919.3.3

Fundliste 16.06.2012 MTB 5919.3.3

FundGroup-Wanderung im Ansfeldwald

 

Der Ansfeldwald hat uns mal wieder nicht enttäuscht. Geholfen haben optimale Wetterbedingungen. Während der Woche zuvor hat es ausreichend geregnet, der sandige Boden war gut durchfeuchtet. Wie schon am Viehtrieb zuvor waren zahlreiche Schleimpilze "unterwegs", mit winzigen Haarbecherchen und hübschen Heftelnabelingen sind auch ästhetische Ansprüche befriedigt worden. Wichtigster Aspekt der Exkursion: auch die versprochenen Speisepilze waren da! Insbesondere Pfifferlinge, junge Sommersteinpilze, ein paar Speisetäublinge und Sklerotienporlinge. Am besten vertreten war die Gattung Amanita (Wulstlinge) mit fünf Arten, darunter der seltene Raue Wulstling. Sehr schön konnten auch die Unterscheidungsmerkmale von Perl- und Pantherpilz gezeigt werden. Die Stielporlinge (Gattung Polyporus) waren immerhin mit drei Arten vertreten.

Mit über 500 festgestellten Arten gehört der Ansfeldwald zu den am besten kartierten Gebieten in der Rhein-Main-Ebene. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich unser Untersuchungsgebiet "Schlosskaute". Hier wurde mit dem Flockenstieligen Weichritterling Melanoleuca verrucipes eine seltene Art gefunden, die im Grasstreifen an der Parkplatzeinfahrt wuchs.

 

 

Wässriger Mürbling Psathyrella piluliformis         (Fotos: D. Gewalt)        Sklerotienporling Polyporus tuberaster

 

 

          F u n d l i s t e   S c h l o s s k a u t e :

  1. Agrocybe pediades - Halbkugeliger Ackerling
  2. Bovista plumbea - Bleigrauer Zwergbovist (siehe Fotoalbum Tour 4: Auf der grünen Wiese)
  3. Melanoleuca verrucipes - Flockenstieliger Weichritterling

 

          F u n d l i s t e   A n s f e l d:

  1. Amanita franchetii - Rauer Wulstling (seltene Art; mehr >>>)
  2. Amanita fulva - Rotbrauner Scheidenstreifling (essbar, aber nicht schmackhaft)
  3. Amanita gemmata - Narzissengelbder Wulstling (hübsch anzuschauen, aber kein Speisepilz)
  4. Amanita pantherina - Pantherpilz (Kennzeichen: typisch abgesetzte Stielknolle ("Bergsteigersöckchen"), ungeriefter Ring, braune Huthaut, keinerlei Rot- oder Rosatöne)
  5. Amanita rubescens - Perlpilz (vom giftigen Pantherpilz unterschieden vor allem durch zwiebelig verdickte Stielknolle, oberseits gerieften Stielring, Rot- oder Rosatöne unter der Huthaut, oft durchscheinend, ebenso an Fraßstellen bzw. Madengängen; nur wer ihn zuverlässig kennt, darf ihn für die Küche sammeln)
  6. Apiocrea chrysosperma - Goldschimmel (Röhrlinge, die von diesem Schimmelpilz befallen sind, dürfen nicht verzehrt werden; wir fanden einen betroffenen Rotfußröhrling)
  7. Auriscalpium vulgare - Ohrlöffelstacheling (auf Kiefernzapfen)
  8. Boletus aestivalis - Sommersteinpilz (tatsächlich madenfrei! Ganz junge Exemplare werden von Drei-Sterne-Küchen zungenschnalzend als "Sektkorken" bezeichnet)
  9. Cantharellus cibarius - Pfifferling (der begehrte Speisepilz ist im Ansfeldwald ein treuer Begleiter der Roteiche und hier in deren gesamten Areal vorhanden)
  10. Ceratiomyxa fruticulosa - Geweihförmiger Schleimpilz
  11. Coltricia perennis - Dauerporling
  12. Daedalea quercina - Eichenwirrling (beeindruckend labyrinthische Hutunterseite, wächst nahezu ausschließlich an totem Eichenholz; über einen Fund an Erle (!) wird in einem Fundkorb-Beitrag berichtet)
  13. Diatrype stigma - Flächiges Eckenscheibchen
  14. Diatrypella favacea - Birken-Eckenscheibchen
  15. Diatrypella quercina - Eichen-Eckenscheibchen
  16. Exidia plana - Warziger Drüsling (bildet vielgestaltige glibberige schwarze Überzüge auf toten Ästen und Zweigen; mehr im Fotoalbum Tour 5: Pilze an Holz)
  17. Fuligo septica - Gelbe Lohblüte (auffälliger, leuchtend gelber Schleimpilz)
  18. Gymnopus dryophilus - Waldfreundrübling
  19. Gymnopus fusipes - Spindeliger Rübling (büschelig wachsend am Fuß einer Roteiche gefunden; die Hüte sind essbar, die knorpeligen Stiele hingegen kaum)
  20. Hypholoma fasciculare - Grünblättriger Schwefelkopf
  21. Hypoxylon howeanum - Kleinsporige Kohlenbeere (auf Roteichenästen)
  22. Laccaria laccata - Rötlicher Lacktrichterling (nur ein Exemplar; wie der violette essbar und wohlschmeckend)
  23. Lachnellula occidentalis - Lärchen-Haarbecherchen
  24. Lachnum virgineum - Weißes Haarbecherchen
  25. Lactarius quietus - Eichenmilchling (häufiger Vertreter der Milchlinge, die zusammen mit den Täublingen die Familie der Sprödblättler bilden)
  26. Lycogala epidendrum - Blutmilchpilz (mehr >>>)
  27. Lycoperdon perlatum - Flaschenstäubling (essbar, aber nicht von jedermann geschätzt; ein Test ist jedenfalls zu empfehlen, aber nur zum Braten geeignet)
  28. Marasmius androsaceus - Rosshaarschwindling (auf Kiefernnadeln aufsitzend)
  29. Mycena galopus - Weißmilchender Helmling
  30. Mycena leptocephala - Grauer Nitrathelmling
  31. Pluteus cervinus - Rehbrauner Dachpilz (essbar, aber etwas muffig im Geschmack)
  32. Polyporus arcularius - Weitlöcheriger Stielporling
  33. Polyporus ciliatus - Maiporling (seine Poren sind so fein, dass sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind)
  34. Polyporus tuberaster - Sklerotienporling (auch Kleiner Schuppenporling genannt; hervorragender Speisepilz, solange er jung und zart ist. Ausführliche Informationen in einem lesenswerten Fundkorb-Beitrag >>>)
  35. Psathyrella conopilus - Steifstieliger Mürbling
  36. Psathyrella piluliformis - Wässriger Mürbling (wird auch als "Weißstieliges Stcoschwämmchen" bezeichnet; wer ihn kennt, kann ihn als guten Speisepilz in der Küche verwenden)
  37. Rickenella fibula - Orangeroter Heftelnabeling
  38. Russula amoenolens - Camembert-Täubling (mit brennend scharfem Fleisch; sein Camembert-Geruch ist nicht immer deutlich ausgeprägt; wir fanden ein Exemplar mit auffallend deutlichem Geruch)
  39. Russula delica - Gemeiner Weißtäubling (einige noch junge Exemplare gefunden)
  40. Russula pectinatoides - Kratzender Kammtäubling (kann dem Camembert-Täubling recht ähnlich sehen, sein Geschmack ist aber nicht brennend scharf sondern unangenehm bitterlich bis kratzend)
  41. Russula vesca - Speisetäubling (sehr guter Speiseilz; sein Kennzeichen ist die etwas zu kurz geratene Huthaut, so dass die Lamellen meist etwas überstehen; dieses Merkmal ist nicht immer deutlich ausgeprägt. Seine Farben sind sehr variabel, rostbraune Flecken auf dem Hut oder am Stiel fast stets vorhanden. Sein Fleisch schmeckt angenehm nussig - Geschmacksproben immer ausspucken!)
  42. Schizophyllum commune - Spaltblättling
  43. Stereum hirsutum - Striegeliger Schichtpilz (mehrfach an Roteichenästen gefunden)
  44. Suillus grevillei - Goldröhrling (dieser Schmierröhrling wächst nur bei Lärchen; essbar, sollte aber unbedingt von seiner Schleimschicht befreit werden)
  45. Tubaria conspersa - Flockiger Trompetenschnitzling
  46. Vuilleminia comedens - Rindensprenger (an Roteichenästen)
  47. Xerocomus chrysenteron - Rotfußröhrling (zwei Fruchtkörper gefunden, einer war vom Goldschimmel befallen)