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Fundliste 14.11.2009 MTB 5918.1.4

FundGroup-Wanderung im UG Brand bei Gravenbruch

Flexibilität ist alles. Für die große Zahl der Teilnehmer hätte der Parkplatz am Kochseeschlag nicht gereicht, also mussten wir unser Exkursionsgebiet von der Nordseite aus angehen. An der Eckardswiese war das Parlplatzangebot exakt auf unseren Bedarf zugeschnitten.

Die Exkursion stand unter dem Motto "Wir suchen Austernseitlinge". Nach einer halben Stunde gab es die Erfolgsmeldung. Zwar nur ein kleines Büschel junger Pilze, aber Zielsetzung erfüllt. Nun konnten sich einige in einem viel versprechenden Nadelwald umsehen. Mit seinem moosbewachsenen Boden genau das richtige Areal, um auf Trompetenpfifferlinge und Semmelstoppelpilze zu spekulieren. Beide Arten konnten auch gefunden werden, dazu kamen Frostschnecklinge, Butter-Röhrlinge und Herbstrotfüßchen. Ein paar Steinpilze gab es auch und jede Menge Riesenschirmlinge, von denen wohl die meisten als Pilzschnitzel in diversen Pfannen landeten.

Fund des Tages war für mich der Zitronengelbe Rötling Entoloma pleopodium, dessen typischer Geruch nach Früchtebonbons für Erstaunen sorgte. Wer ihn nicht kennt, wird wegen seiner hellgelben Lamellen kaum einen Rötling in diesem zierlichen Pilzchen vermuten. Es wuchs als Einzelexemplar am Wegrand ebenso wie der giftige Erdblättrige Risspilz Inocybe geophylla, auch Seidiger Risspilz genannt. Aufgrund seiner typischen, meist spitz gebuckelten Form und der weißen Farbe ist er einer der wenigen Vertreter dieser artenreichen und schwierigen Gattung, die gut im Feld ansprechbar ist. Wir fanden ihn mehrfach meist gesellig in Trupps wachsend. (Dieter Gewalt)

    F u n d l i s t e :

  1. Agaricus silvaticus - Wald-Champignon (gehört zu den braunschuppigen, rötenden Champignons ohne Anis-Geruch und ist essbar)
  2. Amanita citrina - Gelber Knollenblätterpilz  (mehr >>>)
  3. Amanita muscaria - Fliegenpilz
  4. Armillaria ostoyae - Dunkler Hallimasch (an Nadelholz)
  5. Ascocoryne sarcoides - Fleischroter Gallertbecher (auf der Schnittfläche eines Eichenstumpfs)
  6. Aurisclpium vulgare - Ohrlöffelstacheling (obligat an Kiefenzapfen)
  7. Baeospora myosura - Mäuseschwanz-Rübling (an Fichten- und Kiefernzapfen)
  8. Biscogniauxia nummularia - Rotbuchen-Kugelrindenpilz
  9. Boletus edulis - Gemeiner Steinpilz  (siehe auch Fotoalbum Tour 6: Röhrlinge)
  10. Calocera viscosa - Klebriger Hörnling (gehört nicht zu den Korallenpilzen oder Stachelbärten, wie von Anfängern immer wieder vermutet wird; dürfte in kaum einem Nadelwald fehlen)
  11. Cantharellus tubaeformis - Trompetenpfifferling
  12. Cantharellus tubaeformis var. lutescens - Gelbstieliger Trompetenpfifferling)
  13. Chalciporus piperatus - Pfeffer-Röhrling
  14. Clavulina coralloides - Kammkoralle (auch diese ebenso wie die folgende Art gehört nicht zu den "echten" Korallen oder Ziegenbärten; diese stehen in der Gattung Ramaria)
  15. Clavulina rugosa - Runzelige Koralle
  16. Clitocybe clavipes - Keulenfuß-Trichterling
  17. Clitocybe fragrans - Weißer Anis-Trichterling
  18. Clitocybe nebularis - Nebelkappe (nach neuen Erkenntnissen genschädigend)
  19. Clitocybe odora - Grüner Anis-Trichterling
  20. Crepidotus cesatii - Kugelsporiges Stummelfüßchen (warum Funde diese Art mikroskopiert werden sollten, ist im Fotoalbum Tour 5: Pilze an Holz nachzulesen)
  21. Crepidotus mollis - Gallertfleischiges Stummelfüßchen
  22. Cyathus striatus - Gestreifter Teuerling
  23. Cystoderma amiantinum - Amiant-Körnchenschirmling
  24. Cystolepiota bucknallii - Violetter Mehlschirmling (seltene, kalkliebende Art; für mich der zweite Fund im RM-Gebiet; ausführlichere Informationen im Fundkorb
  25. Diatrype stigma - Flächiges Eckenscheibchen
  26. Entoloma pleopodium - Zitronenengelber Rötling (siehe oben)
  27. Fomes fomentarius - Zunderschwamm
  28. Fomitopsis pinicola - Rotrandiger Baumschwamm (mehr >>>)
  29. Galerina marginata - Gift-Häubling (2 x an Nadel- 1 x an Laubholz)
  30. Gymnopilus penetrans - Geflecktblättriger Fämmling (>>>)
  31. Gymnopus dryophilus - Waldfreund-Rübling
  32. Hebeloma crustuliniforme - Tonblasser Fälbling
  33. Heterobasidion annosum - Wurzelschwamm
  34. Hydnum repandum - Semmelstoppelpilz
  35. Hydropus subalpinus - Buchenwald-Wasserfuß
  36. Hygrophoropsis aurantiaca - Falscher Pfifferling
  37. Hygrophorus hypothejus - Frostschneckling
  38. Hypholoma capnoides - Rauchblättriger Schwefelkopf (essbar, nur an Nadelholz; mehr >>>)
  39. Hypholoma fasciculare - Grünblättriger Schwefelkopf (bitter und magen-darm-giftig, sowohl an Laub- als auch an Nadelholz; für einen Exkursionsteilnehmer, der zum ersten Mal dabei war und endlich mal diese beiden Arten im Vergleich nebeneinander sehen wollte, eine nachhaltige Erfahrung)
  40. Hypoxylon deustum - Brandkrustenpilz
  41. Inocybe geophylla - Erdblättriger Risspilz
  42. Laccaria amethystina - Violetter Lacktrichterling
  43. Laccaria laccata - Rötlicher Lacktrichterling
  44. Lactarius rufus - Rotbrauner Milchling (bei Fichten)
  45. Lactarius subdulcis - Süßlicher Milchling (bei Buchen)
  46. Lepiota castanea - Kastanienbrauner Schirmling (am Wegrand)
  47. Lepista flaccida - Fuchsiger Röteltrichterling
  48. Lepista nuda - Violetter Rötelritterling
  49. Lycoperdon perlatum - Flaschenstäubling
  50. Lycoperdon pyriforme - Birnenstäubling (büschelig an morschem Laubholz; siehe auch Fotoalbum: Pilze an Holz)
  51. Macrocystidia cucumis - Gurkenschnitzling
  52. Macrolepiota konradii - Sternschuppiger Riesenschirmling
  53. Macrolepiota rhacodes - Safran-Riesenschirmling
  54. Marasmius androsaceus - Rosshaarschwindling
  55. Megacollybia platyphylla - Breitblatt
  56. Melanoleuca cognata - Frühlings-Weichritterling (trotz seines Namens, der auf seine Haupterscheinungszeit hinweist, kommt dieser Pilz gelegentlich auch im Herbst vor. Er ist essbar und wohlschmeckend wie auch einige andere Weichritterlinge, sollte aber nur von erfahrenen Pilzfreunden, die diese schwierige Gattung sicher ansprechen können, gesammelt werden)
  57. Melanoleuca melaleuca - Gemeiner Weichritterling (siehe M. cognata)
  58. Merulius tremellosos - Gallertfleischiger Fältling
  59. Micromphale perforans - Nadel-Stinkschwindling
  60. Mycena capillaris - Blatthelmling (auf durchfeuchteten Buchenblättern)
  61. Mycena cinerella - Aschgrauer Helmling (in der Nadelstreu)
  62. Mycena galericulata - Rosablättriger Helmling (auf Holz)
  63. Mycena galopus - Weißmilchender Helmling
  64. Mycena leptocephala - Grauer Nitrathelmling
  65. Mycena pura - Violetter Rettich-Helmling
  66. Mycena rosea - Rosa Rettich-Helmling
  67. Mycena stipata - Büscheliger Nitrathelmling (an morschem Fichtenholz; siehe auch Fotoalbum: Pilze an Holz)
  68. Mycena viscosa - Dunkler Helmling (wird auch als Varietät von Mycena epipterygia geführt)
  69. Mycena zephirus - Rostiger Helmling (kann zu dieser Jahreszeit natürlich nicht fehlen)
  70. Oligoporus ptychogaster - Weißer Polsterpilz (an totem Fichtenholz; gehört zu den Saftporlingen, tritt aber zumeist in seinem imperfekten Stadium Ptychogaster albus auf)
  71. Oligoporus stypticus - Bitterer Saftporling (an Fichte)
  72. Panellus serotinus - Gelbstieliger Muschling (Syn.: Sarcomyxa serotina; gilt als Doppelgänger des Austernseitlings, wächst wie dieser an berindetem Laubholz, vor allem Buche. Nicht selten findet man beide am gleichen Stamm. Achtung: der Gelbstielige Muscheling ist nicht nur bitter, sondern soll nach neuen Erkenntnissen krebsauslösemd sein!)
  73. Paxillus atrotomentosus - Samtfußkrempling
  74. Paxillus involutus - Kahler Krempling
  75. Peziza praetervisa - Braunvioletter Becherling
  76. Phallus impudicus - Stinkmorchel
  77. Pholiota lenta - Tonblasser Schüppling (an Buchenast)
  78. Pholiota mutabilis - Stockschwämmchen (an Buchenstumpf; da auch der Gifthäubling Galerina marginata gefunden wurde, konnten beide Arten im Vergleich betrachtet werden, wobei die enorme Verwechslungsgefahr deutlich wurde. Vorsicht also beim Sammeln von Stockschwämmchen, denn sein Doppelgänger ist tödlich giftig!)
  79. Piptoporus betulinus - Birkenporling
  80. Pleurotus ostreatus - Austernseitling (man beachte die Ausführungen bei Panellus serotinus; mehr >>>)
  81. Plicatura crispa - Buchen-Adernzähling (es lohnt sich, genau hinzuschauen: ein wunderschönes Pilzchen, das dicht gedrängt zu Hunderten Laubholzäste besiedelt, vor allem Buche und Birke)
  82. Pluteus cervinus - Rehbrauner Dachpilz (>>>)
  83. Psathyrella piluliformis - Wässriger Mürbling (wer ihn sicher kennt, darf ihn sammeln und als Suppen- und Soßenpilz verwenden)
  84. Pseudohydnum gelatinosum - Zitterzahn, Eispilz
  85. Rhodocollybia butyracea var. asema - Horngrauer Rübling
  86. Rhodocollybia butyracea var. butyracea - Butter-Rübling
  87. Rickenella fibula - Orangeroter Heftelnabeling
  88. Russula amara - Buckeltäubling (bei Kiefern; siehe auch Fotoalbum: 20 Pilze von A bis X)
  89. Russula fella - Gallentäubling (sehr scharfe Laubwaldart)
  90. Russula nigricans - Dickblättriger Schwärztäubling
  91. Russula ochroleuca - Ockertäubling
  92. Russula turci - Jodoformtäubling (bei aller farblichen Variabilität stets am Jodoformgeruch in der Stielbasis zu erkennen; guter Speisepilz)
  93. Scleroderma citrinum - Dickschaliger Kartoffelbovist
  94. Sparassis crispa - Krause Glucke (wie man sieht, auch noch spät im Jahr zu finden; nur bei Kiefer)
  95. Spinellus fusiger - Helmlings-Schimmel (vor allem an Rostigen Helmlingen beobachtet; bildet auf den Hüten in alle Richtungen abstehende lange Härchen aus; besonders attraktiv anzuschauen, wenn sich in ihnen winzige Tautröpfchen angesammelt haben)
  96. Stereum subtomentosum - Samtiger Schichtpilz
  97. Strobilomyces strobilaceus - Strubbelkopfröhrling
  98. Stropharia aeruginosa - Grünspanträuschling
  99. Stropharia squamosus - Schuppiger Träuschling
  100. Suillus luteus - Butter-Röhrling (nur bei Kiefern)
  101. Thelephora terrestris - Erdwarzenpilz
  102. Trametes gibbosa - Buckeltramete
  103. Trametes versicolor - Schmetterlingstramete
  104. Tricholoma sulphureum - Schwefelritterling (Geruch nach Leuchtgas)
  105. Tricholoma terreum - Erdritterling (bei Kiefern)
  106. Tubaria conspersa - Flockiger Trompetenschnitzling
  107. Xerocomus badius - Maronenröhrling
  108. Xerocomus chrysenteron - Rotfußröhrling
  109. Xerocomus ferrugineus - Brauner Filzröhrling (naher Verwandter der Ziegenlippe mit ebenfalls leuchtend gelben Poren)
  110. Xerocomus pruinatus - Herbstrotfüßchen (naher Verwandter des Rotfußröhrlings mit meist rein gelbem Stiel; mehr >>>)
  111. Xerocomus rubellus - Blutroter Filzröhrling (nach meiner Beobachtung in diesem Jahr längst nicht so häufig wie sonst; mehr >>>)
  112. Xerula radicata - Grubiger Schleimrübling
  113. Xylaria carpophila - Bucheckernschalen-Holzkeule
  114. Xylaria hypoxylon - Geweihförmige Holzkeule (Abbildung >>>)