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Fundliste 13.08.2011 MTB 5918.4.1

FundGroup-Wanderung: Vom Monte Scherbelino zum Kesselbruchweiher

Glück mit dem Wetter, schöne Funde - das waren die erfreulichen Zutaten für eine Pilzwanderung am Monte Scherbelino im Süden von Frankfurt. Monte Scherbelino ist der Spitzname einer 47 m hohen Müllhalde, auf der von 1925 bis 1968 Haushalts- und gewerbliche Abfälle abgelagert wurden. Nach der Schließung sollte ein Naherholungsgebiet mit Rundblick über das Rhein-Main-Gebiet und Freizeitangeboten wie Spiel- und Grillplätzen entstehen. Wegen austretender schädlicher Dämpfe und Flüssigkeiten wurde der Plan gestoppt und die oberflächlich begrünte Halde geschlossen. Sie wird zur Zeit saniert und soll danach wieder freigegeben werden.

Am Sperrzaun entlang führt die Kesselbruchschneise in Richtung Neu-Isenburg zum Kesselbruchweiher, unserem Exkursionsziel. Erstmals erfolgte unsere Wanderung in "umgekehrter Richtung", d. h. wir begannen die Pilzsuche am Weiher und kehrten von dort mit offenen Augen zum Parkplatz zurück. Sinn dieser Maßnahme war, unsere Pirsch zeiteffektiver zu machen. Bemerkenswerte Funde veranlassten einige Teilnehmer dennoch, rund vier Stunden "an der Strecke" zu verweilen. Highlights waren u. a. ein Klapperschwamm an einer abgestorbenen Erle, vier Würzige Tellerlinge und einige Violette Mehlschirmlinge. Wulstlinge waren mit acht verschiedenen Arten vorhanden, so dass man einen anschaulichen Überblick über die häufigeren Vertreter dieser Gattung gewinnen konnte, darunter auch Grüne Knollenblätterpilze. Die Ausbeute an Speisepilzen war dagegen nicht berauschend.

  

Rotbrauner Scheidenstreifling          Violetter Mehlschirmling                    Schopftintling

 

 

        Fundliste:

  1. Amanita citrina - Gelber Knollenblätterpilz (harmloser Vertreter der Wulstlinge, aber dennoch kein Speisepilz; Abbildung und weitere Informationen im Fotoalbum >>>
  2. Amanita excelsa - Grauer Wulstling (essbar, aber muffig im Geschmack)
  3. Amanita fulva - Rotbrauner Scheidenstreifling (essbar, aber nicht schmackhaft; mehr >>>)
  4. Amanita gemmata - Narzissengelber Wulstling
  5. Amanita muscaria - Fliegenpilz (giftig, hält in variabler Konzentration halluzinogen wirkende Stoffe)
  6. Amanita phalloides - Grüner Knollenblätterpilz (tödlich giftig; ein einziger Pilz kann einen erwachsenen Menschen ins Jenseits befördern)
  7. Amanita pantherina - Pantherpilz (giftig; darf nicht mit dm Perlpilz verwechselt werden)
  8. Amanita rubescens - Perlpilz (essbar und wohlschmeckend, aber nur von Pilzfreunden zu sammeln, die ihn sicher vom giftigen Pantherpilz und muffig schmeckenden Grauen Wulstling unterscheiden können)
  9. Auricularia auricula-judae - Judasohr (als "China-Morchel" bekannter, oft in asiatischen Gerichten verwendeter Speisepilz ohne nennenswerten Eigengeschmack; mit echten Morcheln nicht verwandt)
  10. Auricularia mesenterica - Gezonter Ohrlappenpilz
  11. Auriscalpium vulgare - Ohrlöffelstacheling (auf Kiefernzapfen)
  12. Biscogniauxia nummularia - Rotbuchen-Rindenkugelpilz
  13. Bisporella citrina - Zitronengelbes Holzbecherchen (Abbildung im Fotoalbum Tour 1 >>>)
  14. Bjerkandera adusta - Angbrannter Rauchporling (an totem Erlenholz gefunden, zusammen mit Schmetterlingstrameten und Klapperschwamm)
  15. Bovista plumbea - Bleigrauer Zwergbovist
  16. Calocera cornea - Pfriemförmiger Hörnling (auf berindetem Buchenast)
  17. Calocera viscosa - Klebriger Hörnling (hübscher, häufiger Pilz der Nadelwälder, von zäher Konsistenz)
  18. Clathrus archeri - Tintenfischpilz (zahlreiche Exemplare im Hexeneistadium)
  19. Clitocybe clavipes - Keulenfuß-Trichterling
  20. Clitocybe gibba - Ockerbrauner Trichterling (essbar, aber nur von erfahrenen Kennern zu sammeln)
  21. Clitycybe phaeophthalma - Ranziger Trichterling
  22. Clitocybe phyllophila - Laubfreund-Trichterling (giftig wie einige andere weiße Trichterlingsarten)
  23. Colpoma quercinum - Eichen-Schildbecherling
  24. Coprinus comatus - Schopftinting (ein Exemplar)
  25. Coprinus disseminatus - Gesäter Tintling (winzige Pilzchen, die in ihrem massenhaften Auftreten hübsch anzuschauen sind)
  26. Coprinus plicatilis - Gemeiner Scheibchen-Tintling (am Wegrand)
  27. Crepidotus cesatii - Kugelsporiges Stummelfüßchen (vom gleich aussehenden Gemeinen Stummelfüßchen nur mikroskopisch sicher zu trennen)
  28. Crucibulum laeve - Tiegelteuerling (alles über Teuerlinge in einer ausführlichen Darstellung in "Vogelnestpilze")
  29. Cyathus striatus - Gestreifter Teuerling
  30. Cystoderma jasonis - Rostgelber Körnchenschirmling
  31. Cystolepiota bucknallii - Violetter Mehlschirmling
  32. Daedalea quercina - Eichenwirrling
  33. Diatrype bullata - Blasiges Eckenscheibchen (an toten Weidenästchen)
  34. Diatrype disciformis - Buchen-Eckenscheibchen
  35. Diatrype stigma - Flächiges Eckenscheibchen
  36. Diatrypella favacea - Birken-Eckenscheibchen
  37. Diatrypella quercina - Eichen-Eckenscheibchen
  38. Echinoderma aspera - Rauer Schirmling (widerlicher Geruch, daher ungenießbar)
  39. Eutypa spinosa - Stacheliger Krustenhöckerpilz
  40. Exidia saccharina - Kandisbrauner Drüsling (an totem Fichtenstamm)
  41. Fomes fomentarius - Zunderschwamm (an abgestorbener Pappel)
  42. Fomitopsis pinicola - Rotrandiger Baumschwamm (z. T. mit im Sonnenlicht glitzernden Guttationstropfen; mehr darüber im Fotoalbum Tour 5: Pilze an Holz >>>
  43. Ganoderma applanatum - Flacher Lackporling
  44. Geastrum triplex - Halskrausen-Erdstern (zahlreiche Fruchtkörper in noch geschlossenem zwiebelförmigem Stadium. Die Benennung konnte erfolgen, weil der Standort von früheren Exkursionen bekannt war)
  45. Grifola frondosa - Klapperschwamm (am Stammgrund einer abgestorbenen Erle)
  46. Gymnopilus penetrans - Geflecktblättriger Flämmling (bitter, daher ungenießbar)
  47. Gymnopus confluens - Knopfstieliger Rübling (Erkennungszeichen: beim Abtrennen ds Hutes bleibt eine knopfartige Verdickung an der Stielspitze zurück; kein Speisepilz)
  48. Gymnopus dryophilus - Waldfreund-Rübling
  49. Gymnopus fusipes - Spindeliger Rübling
  50. Gymnopus peronatus - Brennender Rübling
  51. Helvella bulbosa - Grauer Langfüßler
  52. Hohenbuehelia atrocoerulea - Blauschwarzer Muscheling
  53. Hygrocybe conica - Kegeliger (Schwärzender) Saftling (wohl die häufigste Saftlingsart, die auch an Orten vorkommt, die von anderen Arten der schönen Gattung gemieden werden)
  54. Hygrophoropsis aurantiaca - Falscher Pfifferling (Doppelgänger des echten Pfifferlings; Verwechslungen wären harmlos, da er nicht giftig, höchstens schwer verdaulich, auf jeden Fall aber längst nicht so schmackhaft und aromatisch ist wie der echte)
  55. Hymenochaete rubiginosa - Umberbraune Borstenscheibe
  56. Hypholoma fasciculare - Grünblättriger Schwefelkopf (bitter und magen- darmgiftig)
  57. Hypoxylon cohaerens - Zusamengedrängte Kohlenbeere
  58. Hypoxlon fragiforme - Rötliche Kohlenbeere
  59. Inocybe rimosa - Kegeliger Risspilz
  60. Laccaria amethystina - Violetter Lacktrichterling (dieser auffallend gefärbte und häufige Pilz ist wie auch die folgende Art ein guter Speisepilz)
  61. Laccaria laccata - Rötlicher Lacktrichterling
  62. Lachnellula occidentalis - Lärchen-Haarbecherchen
  63. Lactarius helvus - Bruch-Reizker, Maggipilz (am Geruch nach Maggi zu erkennen; giftig)
  64. Lactarius quietus - Eichen-Milchling
  65. Lactarius subdulcis - Sußlicher Milchling
  66. Lactarius tabidus - Milder Schwefel-Milchling, Flatter-Reizker
  67. Leccnum scabrum - Birkenpilz, Birken-Raufuß (nur ein Exemplar gefunden, das für die Küche schon zu alt war)
  68. Lepiota cristata - Stinkschirmling
  69. Lepista flaccida - Fuchsiger Röteltrichterling
  70. Lycogala epidendrum - Blutmilchpilz
  71. Lycoperdon perlatum - Flaschenstäubling (jung, solange fest und weiß, essbar; v. a. zum Braten geeignet; die vielen, sich leicht ablösenden Pusteln werden oft als störend empfunden)
  72. Lycoperdon pyriforme - Birnenstäubling
  73. Macrolepiota procera - Großer Riesenschirmling, Parasol (die Hüte dieses beeindruckenden Pilzes sind wie ein Schnitzel gebraten eine Delikatesse)
  74. Marasmiellus vaillantii - Matter Zwergschirmling
  75. Marasmius alliaceus - Saitenstieliger Knoblauchschwindling
  76. Marasmius androsaceus - Rosshaarschwindling
  77. Marasmius oreades - Nelkenschwindling, Feldschwindling (guter Speisepilz, aber an seinen Standorten im Gras könnte er mit giftigen Arten verwechselt werden)
  78. Marasmius rotula - Halsbandschwindling
  79. Megacollybia platyphylla - Breitblatt (ein Pilz wie "Haut und Knochen" - kein Speisepilz)
  80. Mycena galericulata - Rosablättriger Helmling
  81. Mycena galopus - Weißmilchender Helmling
  82. Mycena haematopus - Großer Blut-Helmling
  83. Mycena inclinata - Buntstieliger Helmling
  84. Mycena leptocephala - Grauer Nitrathelmling
  85. Mycena pelianthina - Schwarzgezähnelter Helmling (kalkfordernde Art, die z. B. im Frankfurter Stadtwald ziemlich häufif ist. Kalkeintrag hier durch Schotterung der Wege; vermutlich giftig)
  86. Mycena pura - Rettich-Helmling (giftig)
  87. Mycena rosea - Rosa Rettich-Helmling (giftig)
  88. Nectria cinnabarina - Zinnoberroter Pustelpilz
  89. Nectria episphaeria - Orangefarbiger, aufsitzender Pustelpilz (auf Fk von Diatrype stigma)
  90. Oligoporus caesius - Blauender Saftporling
  91. Oligoporus stypticus - Bitterer Saftporling
  92. Paxillus atrotomentosus - Samtfußkrampling (schöner, stattlicher Pilz, aber trotz seines appetitlichen Aussehens ungenießbar)
  93. Paxillus involutus - Verkahlender Krempling (giftig)
  94. Paxillus validus - Robuster Krempling (vom Verkahlenden Krempling nicht leicht zu unterscheiden; ebenfalls giftig)
  95. Peniophora quercina - Eichen-Cystidenrindenpilz
  96. Phellinus ferruginosus - Rostbrauner Feuerschwamm
  97. Pholiota flammans - Feuerschüppling (an totem Nadelholz; hübsch anzuschauen, aber bitter im Geschmack; mehr >>>)
  98. Piptoporus betulinus - Birkenporling (wirtstreue Art; mehr im Fotoalbum >>>)
  99. Pleurotus ostreatus - Austernseitling (typische Winterform im Sommer! mehr im Fotoalbum Tour 3: Pilze im Winter >>>)
  100. Pleurotus pulmonarius - Lungenseitling, Löffelstieliger Seitling
  101. Pluteus cervinus - Rehbrauner Dachpilz (mehr >>>)
  102. Polydesmia pruinosa - Bereiftes Kernpilzbecherchen
  103. Polyporus tuberaster (an Birke) - Sklerotienporling (jung ein ausgezeichneter Speisepilz; schon Goethe hat sich mit ihm befasst; ausführliche Informationen zum Thema >>>)
  104. Propolis versicolor - Grauweißes Holzscheibchen
  105. Psathyrella candolleana - Behangener Faserling (gern an Werändern; wer ihn sicher kennt, kann ihn z. B. als Suppenpilz verwenden)
  106. Rhodocybe gemina - Würziger Tellerling (seltene, wenig bekannte, aber essbare Art, der ein Fundkorb-Beitrag gewidmet ist >>>)
  107. Rickenella fibula - Orangeroter Heftelnabeling
  108. Rickenella swartzii - Blaustieliger Heftelnabeling
  109. Russula amara - Buckeltäubling (siehe auch den Fundkorb-Artikel: Gibt es bittere Täublinge? >>>)
  110. Russula amoenolens - Camembert-Täubling
  111. Russula emetica var. betularum - Birken-Speitäubling
  112. Russula ochroleuca - Ockertäubling
  113. Russula paludosa - Apfeltäubling
  114. Russula parazurea - Blaugrüner Reiftäubling
  115. Russula ochroleuca - Ockertäubling
  116. Sarcomyxa serotina - Gelbstieliger Muschelseitling
  117. Schizophyllum commune - Spaltblättling
  118. Scleroderma citrinum - Dickschaliger Kartoffelbovist
  119. Sparassis crispa - Krause Glucke (leicht kenntliche, große Art, deren Aussehen an einen Badeschwamm erinnert)
  120. Sphaerobolus stellatus - Kugelschneller (was dieses winzige, deutlich nur mit der Lupe zu erkennendes Pilzchen Erstaunliches vermag, sollten Sie unbedingt nachlesen: >>>)
  121. Stereum hirsutum - Striegelger Schichtpilz
  122. Stereum ostrea - Braunsamtiger Schichtpilz
  123. Stereum rameale - Ästchen-Schichtpilz
  124. Stereum subtomentosum - Samtiger Schichtpilz
  125. Suillus grevillei - Goldröhrling (obligater Lärchenbegleiter, jung ein guter Speisepilz, dem man allerdings die Schleimschicht auf Hut und Stiel abziehen sollte)
  126. Thelephora terrestris - Erdwarzenpilz
  127. Trametes versicolor - Schmetterlingstramete
  128. Trichaptum abietinum - Gemeiner Violettporling (an totem Nadelholz; fehlt in keinem Kiefernwald)
  129. Tubaria conspersa - Flockiger Trompetenschnitzling
  130. Tubulifera arachnoides - Lachsfarbener Schleimpilz
  131. Tylopilus felleus - Gallenröhrling (berüchigter Doppelgänger des Steinpilzes; ruiniert durch seine Bitterkeit jedes Pilzgericht. Im Zweifelsfall Geschmacksprobe machen, die immer ausgespuckt werden muss; manchmal genügt es schon, am angeschnittenen Fruchtfleisch zu lecken)
  132. Ustulina deusta - Brandkrustenpilz
  133. Xerocomus badius - Maronenröhrling (beliebter, schmackhafter Speisepilz. Was die Wenigsten wissen: er ist roh giftig! Also immer nur ausreichnend erhitzt verzehren)
  134. Xerocomus chrysenteron - Rotfußröhrling (essbar, häufig)
  135. Xerocomus cisalpinus - Starkblauender Rotfußröhrling (auch diese erst vor wenigen Jahren beschriebene Art ist essbar und durchaus häufig)
  136. Xerocomus subtomentosus - Ziegenlippe (im Geschmackswert wohl etwas besser als die Rotfußröhrlinge)
  137. Xerula radicata - Grubiger Schleimrübling
  138. Xylaria carpophila - Buchenfruchtschalen-Holzkeule
  139. Xylaria hypoxylon - Geweihförmige Holzkeule
  140. Xylaria multiforme - Vielgestaltige Holzkeule