Statistik
Startseite > Fundlisten > Fundliste 10.10.2009 MTB 5918.1.3

Fundliste 10.10.2009 MTB 5918.1.3

Pilzkundliche Führung der Stadt Frankfurt am Jakobiweiher

Seit vielen Jahren hatten wir bei den Pilzwanderungen der Stadt Frankfurt immer Glück mit dem Wetter. Diese Glückssträhne musste ja mal reißen, und das war diesmal der Fall. Bei strömendem Regen fanden sich nur wenige wetterfeste Naturfreunde mit Schirmen bewaffnet am Treffpunkt Oberschweinstiege ein. Die dunklen Wolken am Himmel versprachen keine Besserung, und so traten kurz nach zehn noch einige von ihnen entmutigt den Rückzug an. Zurück blieb eine kleine Truppe von fünf oder sechs Optimisten, die rund um den Jakobiweiher dann doch noch für ihren Durchhaltewillen belohnt wurden. Gegen elf hörte der Regen auf und wir fanden noch eine Menge Pilze. Dem Honiggelben Hallimasch Armillaria mellea begegneten wir auf Schritt und Tritt in vielhütigen Büscheln an Laubhözern wachsend. Auch Austernseitlinge (Pleurotus ostreatus) landeten in den Sammelkörben. Fürs Auge gab es vor allem Goldfellschüpplinge, Beringte Schleimrüblinge und Erdsterne. Und als Mahnung zur Vorsicht auch einige der tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilze.

   

Goldfellschüppling Pholiota aurivella (Foto: D. Gewalt)   Rötender Erdstern Geastrum rufescens (Foto: Rainer Völker)

    F u n d l i s t e :

  1. Amanita citrina - Gelber Knollenblätterpilz (ein harmloser, allerdings nicht für die Küche geeigneter Wulstling; tödlich giftig ist der Grüne! siehe auch: Fotoalbum 20 Pilze von A bis X)
  2. Amanita fulva - Rotbrauner Scheidenstreifling (Scheidenstreiflinge haben keinen Ring am Stiel, aber eine lappige Scheide am Stielgrund; sie sind nicht giftig, aber auch nicht schmackhaft; mehr im Fotoalbum: 20 Pilze von A bis X)
  3. Amanita pantherina - Pantherpilz (giftiger Doppelgänger des essbaren Perlpilzes)
  4. Amanita phalloides - Grüner Knollenblätterpilz (tödlich giftig und im RM-Gebiet häufig. Von Champignons unterscheidet er sich u. a. durch seine weißen Lamellen - bei Champignons sind sie jung hellrosa, bald immer dunkler werdend und zuletzt schwarz)
  5. Amanita rubescens - Perlpilz (essbar, sollte aber nur von geübten Pilzfreunden gesammelt werden, die ihn sicher vom gifitgen Pantherpilz unterscheiden können. Mit insgesamt fünf Wulstlingsarten konnte die wichtige Gattung Amanita mit einigen ihrer Vertreter anschaulich vorgestellt werden)
  6. Apiocrea chrysosperma - Goldschimmel (viele Röhrlinge werden von diesem giftigen Schimmelpilz befallen. Beim Sammeln zu Speisezwecken ist auf diesen Befall zu achten, der mit weißlich grauen Bezügen auf den Poren beginnt, bald den ganzen Pilz mit einem zuletzt goldgelb werdenden Belag überzieht und gefährliche Vergifungen hervorrufen kann)
  7. Armillaria mellea - Honiggelber Hallimasch (wohl der häufigste Pilz bei unserer Exkursion. Zu Speisezwecken sollten nur die Hüte junger Pilze gesammelt werden. Da der Hallimasch nicht von jedermann gut vertragen wird, ist vor der Zubereitung kurzes Abbrühen und Wegschütten des Kochwassers zu empfehlen)
  8. Biscogniauxia nummularia - Rotbuchen-Rindenkugelpilz
  9. Bjerkandera adusta - Angebrannter Rauchporling (zäher Baumpilz, an Buchenstümpfen gefunden)
  10. Clathrus archeri - Tintenfischpilz (diesen aus Australien eingeschleppten Pilz fanden wir im sog. Hexenei-Stadium. Mehr und wie er "ausgeschlüpft" aussieht: >>>)
  11. Clitocybe gibba - Ockerbrauner Trichterling (mehrmals in der Laubstreu am Wegrand gefunden; auffällig ist sein Bittermandelgeruch)
  12. Clitocybe nebularis - Nebelkappe, Nebelgrauer Trichterling (wenige, noch ganz junge Exemplare; da man eine genschädigende Substanz in ihm gefunden hat, gilt er neuerdings als Giftpilz!)
  13. Coprinus picaceus - Specht-Tintling (nur ein Exemplar gefunden; diese andernorts meist recht seltene  Art ist im Frankfurter Stadtwald oft Massenpilz und zu Tausenden in der Laubstreu, an Wegrändern, etc. zu finden; mehr >>>)
  14. Crucibulum laeve - Tiegelteuerling
  15. Cyathus striatus - Gestreifter Teuerling (alles Wissenswerte über diese ungewöhnlich geformten Pilzchen >>> Vogelnestpilze)
  16. Daedaleopsis confragosa - Rötende Tramete (u. a. an Weide am Seeufer)
  17. Flammulaster carpophilus - Buchenwald-Flockenschüppling (winziges Blätterpilzchen an Bucheckernschalen)
  18. Fomes fomentarius - Zunderschwamm
  19. Geastrum rufescens - Rötender Erdstern (bei Berührung und im Alter rotbräunlich verfärbend; siehe Foto oben)
  20. Gymnopilus junonius - Beringter Flämmling (am Grund eines Eichenstammes)
  21. Hebeloma crustuliniforme - Tonblasser Fälbling (Blätterpilz mit milchkaffeefarbenen Lamellen und Geruch nach Rettich)
  22. Heterobasidion annosum - Wurzelschwamm (gefürchteter Baumschädling, vor allem an Nadelholz)
  23. Hypholoma fasciculare - Grünblättriger Schwefelkopf (mehrfach büschelig an Laubholz gefunden; bitter und giftig, verursacht Magen- Darmstörungen)
  24. Hypholoma lateritium - Ziegelroter Schwefelkopf (Geschmack bitter, daher ungenießbar und auch wegen Verwechslungsgefahr mit dem Grünblättrigen Schwefelkopf zu meiden)
  25. Lactarius subdulcis - Süßlicher Milchling (unter Buchen)
  26. Lepiota ventriosospora - Gelbflockiger Wollstiel-Schirmling (im Gegensatz zu den Riesenschirmlingen sind alle kleinen Schirmlingsarten strikt zu meiden, da einige stark, u. U. sogar tödlich giftig sind!)
  27. Lepista flaccida - Fuchsiger Röteltrichterling (essbar, aber wegen div. Verwechslungsmöglichkeiten nur von erfahrenen Kennern zu sammeln)
  28. Lycoperdon perlatum - Flaschen-Stäubling
  29. Macrolepiota procera - Großer Riesenschirmling, Parasol (guter Speisepilz, vor allem wie ein Schnitzel gebraten schmackhaft und beliebt. Riesenschirmlinge erkennt man an ihrem wattigen, verschiebbaren Ring)
  30. Marasmius torquescens - Ledergelber Schwindling
  31. Megacollybia platyphylla - Breitblatt (sehr häufig, immer in Kontakt zu Holz; ein Pilz "wie Haut und Knochen")
  32. Melanoleuca melaleuca - Gemeiner Weichriterling
  33. Meripilus giganteus - Riesenporling (beeindruckt durch seine oft enormen Größen)
  34. Mycena crocata - Gelbmilchender Helmling (Helmlinge sind kleine, von den meisten Pilzsammlern kaum beachtete und oft schwer zu bestimmende Pilzchen; für die Küche nicht geeignet, einige sind giftig)
  35. Mycena galericulata - Rosablättriger Helmling
  36. Mycena inclinata - Buntstieliger Helmling (büschelig an Holz wachsend)
  37. Mycena leptocephala - Grauer Nitrathelmling (Geruch nach Chlor)
  38. Mycena pura - Retich-Helmling (Geruch nach Rettich; giftig, enthält Muscarin)
  39. Oudemansiella mucida - Beringter Schleimrüblinge (etliche Funde an berindetem Buchenholz, gesellig bis büschelig wachsend; trotz seiner schleinigen Konsistenz ein sehr attraktiver Pilz)
  40. Paziza varia - Riesenbecherling (an Holz)
  41. Pholiota aurivella - Goldfell-Schüppling (ebenfalls büschelig an (Buchen-)Holz wachsend und mit einer Schleimschicht umhüllt; Foto siehe oben. Der Pilz ist bitter und daher ungenießbar)
  42. Pleurotus ostreatus - Austernseitling (ihn gibt es nicht nur als "Austernpilz" im Supermarkt, sondern auch im Winterhalbjahr im Wald, gern an toten, noch berindeten Buchenstämmen)
  43. Plicatura crispa - Buchen-Adernzähling
  44. Pluteus cervinus - Rehbrauner Dachpilz
  45. Psathyrella conopilus - Steifstieliger Mürbling (am Parkplatzrand bei Brennnesseln)
  46. Psathyrella spadicea - Schokoladenbrauner Mürbling (an Buchenstumpf)
  47. Russula acrifolia - Scharfblättriger Schwärztäubling
  48. Russula ionochlora - Papageitäubling
  49. Russula nigricans - Dickblättriger Schwärztäubling
  50. Russula ochroleuca - Ockertäubling
  51. Russula rosea - Harter Zinnobertäubling (unter den ca. 150 mitteleuropäischen Täublingsarten, von denen viele nur mit Hilfe des Mikroskops sicher bestimmt werden können, gibt es einige wohlschmeckende Arten, die von Kennern gern gesammelt werden)
  52. Schizophyllum commune - Spaltblättling (an berindetem Buchenholz; mehr über diesen Pilz im Fotoalbum Tour 5: Pilze an Holz)
  53. Schizopora paradoxa - Gemeiner Spaltporling
  54. Scleroderma citrinum - Dickschaliger Kartoffelbovist (giftig)
  55. Stereum hirsutum - Striegeliger Schichtpilz
  56. Stereum subtomentosum - Samtiger Schichtpilz
  57. Trametes gibbosa - Buckeltramete
  58. Trametes versicolor - Schmetterlingstramete
  59. Xerocomus badius - Maronenröhrling (die bei Sammlern besonders beliebte Pilzgruppe der Röhrlinge war dünn gesät. Vom Maronenröhrling fanden wir nur ein einziges Exemplar; mehr >>>)
  60. Xerocomus priunatus - Herbstrotfüßchen (ebenfalls nur ein Exemplar)
  61. Xerula radicata - Grubiger Schleimrübling
  62. Xylaria polymorpha - Vielgestaltige Holzkeule