Statistik
Startseite > Fundlisten > Fundliste 04.09.2011 MTB 6018.1.1 u. 6018.1.2

Fundliste 04.09.2011 MTB 6018.1.1 u. 6018.1.2

VHS-Exkursion im Hainer Wald bei Dreieichenhain

  

 

Gelber Knollenblätterpilz                         Kleiner Schuppenporling                        Gestreifter Teuerling

Mit unseren Schwerpunktthemen Wulstlinge und Täublinge kommen wir nur langsam voran. Schuld ist nach wie vor die Pilzarmut in unseren Wäldern, obwohl die Wachstumsbedingungen eigentlich als optimal einzuschätzen wären. Ich vermute, nach der pilzreichen Zeit zwischen Ende Juli und Mitte August legen unsere "Freunde" eine Ruhepause ein. Unter den wenigen Arten fallen solche auf, die üblicherweise gar nicht so häufig sind, zur Zeit aber in vielen Wäldern auftreten. Als Beispiele hierfür möchte ich den Samtigen Pfifferling, den Schwarzblauenden, den Strubbelkopf- und vor allem den Gallenröhrling nennen. Ansonsten haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und uns kleineren Arten zugewandt. An Beispielen wie dem Halsbandschwindling und dem Gestreiften Teuerling konnten wir einen Einblick in die Formenvielfalt im Reich der Pilze gewinnen und der Esskastanienschalen-Becherling diente als Beispiel für die Spezialisierung mancher Arten auf ganz bestimmte Substrate.

Auch bei dieser Wanderung konnten wieder etliche Sklerotienporlinge (auch Kleiner Schuppenporling genannt) gefunden und die jungen, zarten Exemplare für die Küche empfohlen werden. Jens Neumann hat sie erstmals mit Pfeffer und Salz leicht gewürzt gebraten und ihren ausgezeichneten Geschmack bestätigt.

         Fundliste (es sind nur ausgewählte, besonders beachtete oder besprochene Arten aufgeführt):

  1. Amanita citrina - Gelber Knollenblätterpilz (siehe Fotoalbum Tour 1: 20 Pilze von A - X)
  2. Amanita rubescens - Perlpilz (mehr zu diesem Pilz in der Fundliste vom 28.08.2011)
  3. Arachnoscypha aranea - Esskastanienschalen-Becherchen (siehe ausführlichen Fundkorb-Beitrag)
  4. Auricularia auricula-judae - Judasohr (bei der ersten Exkursion an seinem Hauptwirt Holunder gefunden, diesmal an einem Buchenast; mehr zu diesem Pilz in der Fundliste vom 28.08.2011)
  5. Boletus pulverulentus - Starkblauender Röhrling (gehört wie der Steinpilz zu den Dickröhrlingen. Auffallend seine leuchtend gelben Poren, die wie alle Teile des Pilzes bei Berührung oder im Anschnitt schwarzblau anlaufen. Trotz der nicht gerade vertrauenerweckenden Verfärbung ein guter Speisepilz, aber nicht gerade häufig. In manchen Jahren überrascht er mit Massenvorkommen)
  6. Cantharellus friesii - Samtiger Pfifferling (in Buchenwäldern zu finden; Unterschied zum normalen Pfifferling: Hut orange gefäbt, nicht gelb, dünnfleischiger und mit flatterigem Rand)
  7. Cyathus striatus - Gestreifter Teuerling (alles über diese wenig beachteten, merkwürdig geformten Pilzchen inkl. Bestimmungssxhlüssel >>>)
  8. Fuligo septica - Gelbe Lohblüte (bekanntester Vertreter der Schleimpilze = Myxomyceten; bildet lohgelbe Kissen, die zunächst stark schleimig sind, bei Reife trocken werden)
  9. Lanzia echinophila - Esskastanienschalen-Becherling (die deutlich gestielten, braunen Becherchen erreichen etwa 1 cm Durchmesser, besiedeln ausschließlich vorjährige Fruchtschalen von Esskastanie; Foto und weitere Infos zu dieser bemerkenswerten Art >>>)
  10. Marasmius rotula - Halsbandschwindling (hübscher kleiner weißer Pilz auf Laubholzästchen und -zweigen, die Hüte sehen aus wie winzige Fallschirme)
  11. Meripilus giganteus - Riesenporling (einer der größten Porlinge unserer Wälder; meist am Grund von Buchen oder Buchenstümpfen)
  12. Phallus impudicus - Stinkmorchel (sowohl im Hexeneistadium als auch voll entwickelt gefunden. Im Anschnitt zeigt das Hexenei bereits die Anlage des späteren Fruchtkörpers, der beim Strecken die helle Haut durchbricht. Das weiße Innere der Hexeneier schmeckt rettichartig und ist roh essbar, was einige Exkursionsteilnehmer ausprobiert haben)
  13. Polyporus tuberaster - Kleiner Schuppenporling, Sklerotien-Porling (in der Rhein-Main-Ebene häufiger gestielter Porling, vor allem auf Buchenästen wachsend. Hervorragender Speisepilz, solange er jung und zart ist. Zum Braten geeignet. Ausführliche Informationen über diesen interessanten Pilz >>> - unbedingt lesen!)
  14. Stereum ostrea - Braunsamtiger Schichtpilz (oberflächlich betrachtet könnte dieser an Holz wachsende Pilz für eine Tramete gehalten werden. Im Unterschied zu diesen haben Schichtpilze auf der Unterseite jedoch keine Poren. Ihre Fruchtschicht ist glatt. Die meist wunderschönen, in der Regel dicht gedrängt vor allem an Buche wachsenden Pilze sind zäh, eignen sich getrocknet zu Dekorationszwecken.
  15. Tylopilus felleus - Gallenröhrling (wie dieser Doppelgänger des Steinpilzes zur Zeit die Pilzsammler narrt, ist in einem aktuellen Bericht nachzulesen >>>)
  16. Xerocomus cisalpinus - Starkblauender Rotfußröhrling (eine erst in jüngerer Zeit beschriebene Art, die dem gewöhnlichen Rotfußröhrling ähnelt, in der Stielbasis im Anschnitt jedoch stark blau anläuft; essbar; Foto und Info >>>)
  17. Xerocomus subtomentosus - Ziegenlippe (Kennzeichen: hellbrauner, feinsamtiger Hut, gelbe Röhren mit relativ weiten Poren; essbar)
  18. Xerula radicata - Grubiger Schleimrübling (trotz seines wenig vertrauenerweckenden Aussehens essbar; als Mischpilz verwendbar)
  19. Xylaria polymorpha - Vielgestaltige Holzkeule