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Exkursionsbericht 26.08.2012 MTB 5918.2.3

Vhs-Exkursion im Hainbachtal bei Offenbach

  

Grüngefelderter Täubling                      Schwefelporling                             Sklerotienporling

Eigentlich waren die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start des Pratischen Pilzseminars alles andere als günstig. Es hatte zwar geregnet, aber nirgendwo in der Rhein-Main-Ebene genug, um die Folgen der vorausgegangenen Trocken- und Hitzeperiode auszugleichen. Die meisten Waldböden sind zur Zeit weitgehend pilzfrei. Mit der Wahl des Hainbachtals bei Offenbach (Rosenhöhe)hatten wir jedoch ein Exkursionsgebiet betreten, das immerhin so viel zu bieten hatte, dass wir eines unserer Schwerpunkt-Themen recht erfolgreich angehen konnten: die Täublinge. Mit neun gefundenen Arten konnte vor allem die Farbenvielvielfalt anschaulich demonstriert werden und es waren die drei schmackhaftesten darunter, die auch gut an ihren Merkmalen erkannt werden können: Frauentäubling - Speisetäubling - Grüngefelderter Täubling

 

Russula amara - Buckeltäubling (siehe auch Fotoalbum Tour 11: Täublinge und Milchlinge >>>)

Russula cyanescens - Frauentäubling (an den nicht splitternden Lamellen immer gut zu erkennen)

Russula ionochlora - Papageitäubling (ähnelt in den Farben dem Frauentäubling, ist aber in der Konsistenz brüchiger und hat splitternde Lamellen)

Russula mairei - Buchen-Speitäubling (scharf schmeckende Art; magen- darmgiftig)

Russula nigricans - Dickblättriger Schwärztäubling (als Speisepilz nicht zu empfehlen)

Russula ochroleuca - Ockertäubling (auch Zitronentäubling genannt; häufigste Täublingsart in unseen Wäldern; als Speisepilz nicht zu empfehlen)

Russula vesca - Speisetäubling (Kennzeichen: die etwas zu kurz geratene Huthaut)

Russula violeipes - Violettstieliger Täubling (auch Pfirsischtäubling genannt; guter Speisepilz. Violette Farbtöne am Stiel können deutlich oder nur schwach angedeutet sein und wie bei unseren heutigen Funden auch ganz fehlen)

Russula virescens - Grüngefelderter Täubling (an der felderig aufreißenden Huthaut zu erkennen; siehe auch Fotoalbum Tour 11: Täublinge und Milchlinge >>>)

 

Beim Bestimmen von Täublingen ist es wichtig, die Sporenpulverfarbe festzustellen. Bei reifen Pilzen ist sie meist schon von der Lamellenfärbung abzuleiten. Es gilt die Täublingsregel: scharf schmeckende Arten sind magen- darmgiftig (erzeugen Bauchweh, Erbrechen, Durchfall) oder ungenießbar - mild schmeckende essbar aber keineswegs immer schmackhaft. Darum sollte man schon genau wissen, was man zu Speisezwecken nach Hause trägt. Geschmacksproben werden im Wald am frischen Pilz vorgenommen und müssen immer ausgespuckt werden.

 

Aus didaktischen Gründen wird hier auf eine vollständige Fundliste verzichtet, aber es soll eine Auswahl weiterer gefundener und besprochener Arten vorgestellt werden. Sie enthält drei Wulstlingsarten (Gattung Amanita). Diese interessante und wichtige Gattung wird bei einer der nächsten Exkursionen Schwerpunkt-Thema sein.

 

Amanita citrina - Gelber Knollenblätterpilz (siehe Fotoalbum Tour 1: 20 Pilze von A bis Z)

Amanita phalloides - Grüner Knollenblätterpilz (tödlich giftig!)

Amanita rubescens - Perlpilz (essbar; nur wer ihn sicher von seinen Doppelängern unterscheiden kann, darf ihn für die Küche sammeln)

Boletus erythropus - Flockenstieliger Hexenröhrling (ausgezeichneter Speisepilz. Wichtigste Merkmale: rote Poren an der Hutunterseite, der Stiel ist mit feinen roten Flöckchen besetzt, Fleisch schön gelb, im Anschnitt rasch blau verfärbend)

Cantharellus cibarius - (Echter) Pfifferling

Cantharellus friesii - Samtiger Pfifferling

Gymnopus fusipes - Spindeliger Rübling

Laetiporus sulphureus - Schwefelporling (hervorragender und leicht kenntlicher Speisepilz; mehr >>>)

Megacolllybia platyphylla - Breitblättriger Holzrübling (kurz "Breitblatt" genannt; ein Pilz "wie Haut und Knochen")

Mycena crocata - Gelbmilchender Helmling

Pleurotus ostreatus - Austernseitling

Pleurotus pulmonarius - Lungenseitling (zu diesen beiden Arten lesen Sie bitte unseren detaillierten Fundkorb-Artikel >>>)

Pluteus leoninus - Löwengelber Dachpilz

Polyporus arcularius - Weitlöcheriger Porling

Polyporus badius - Schwarzroter Porling

Polyporus tuberaster - Sklerotienporling (auch "Kleiner Schuppenporling" genannt. Für Kenner der Materie einer der besten Speisepilze überhaupt. Mehr zu diesem Thema in einem ausführlichen Fundkorb-Beitrag >>>)

Polyporus varius - Löwengelber Porling

Scleroderma citrinum - Dickschaliger Kartoffelbovist (giftig)

Xerula radicata - Grubiger Schleimrübling (auch Wurzelnder Schleimrübling genannt; essbar, als Mischpilz verwendbar)

 

Diese Auswahl soll Ihnen dazu dienen, die wichtigsten Funde mit Ihrer Pilzliteratur nachzubearbeiten.