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Suillus fluryi Huijsman

Ringloser Butterpilz

V=6 (RM=1) - 28.10.2007 MTB 5918.4.4 Sandhorst bei Dietzenbach, Eulerweg, bei Kiefern - Fotos: D. Gewalt und B. Heckmann


 

Der Ringlose Butterpilz ist ein Symbiosepartner diverser Kiefernarten, gilt als Kalkzeiger und ist im RM-Gebiet daher selten zu finden. Er wächst weniger im Wald als an anthropogenen Standorten wie Parks und Gärten. Diese Vorliebe belegen die obigen, in einem Vorgarten in Dietzenbach-Steinberg von D. Gewalt aufgenommenen Fotos. Hier wuchsen mehr als 50 Fk auf Rasen unter einer Zierkiefer. Im Unterschied zu Suillus luteus, dem Butter-Röhrling, hat er, wie der Name schon sagt, keinen Ring. Stielbasis und Basismyzel sind rosafarben, bei S. luteus sind beide weiß bis weißlich. Im Speisewert sind sich beide Arten übrigens absolut ebenbürtig.

 

 

Die Ringlosen Butterpilze, die wir im UG Sandhorst im Dietzenbacher Wald fanden, trotzten obiger Beschreibung gleich in mehrfacher Hinsicht. Obwohl Parks und Gärten bevorzugend, wächst der Pilz seit Jahren an dieser Stelle im Wald. Die Schotterung des Weges genügt ihm offensichtlich als Kalkquelle. Diese Annahme wird durch den Standort in Wegrandnähe unterstützt, wobei er bisher nur an der westlichen Seite beim Jungkiefernforst beobachtet wurde, während sein beringter Verwandter Suillus luteus ausschließlich am östlichen Wegrand (oft nur 3 bis 4 m entfernt) bei alten Kiefern zu finden war. Diese auffällige Trennung haben die beiden Arten erstmals im Herbst 2007 aufgegeben und sind gemeinsam am östlichen Wegrand erschienen. Gleichzeitig wies der Ringlose Butterpilz eine von uns bisher noch nie beobachtete Besonderheit auf: die Stiele waren (wie die nebenstehende Abbildung zeigt) in voller Länge mit auffallend großen und dunklen Punkten gesprenkelt, ein Merkmal, das fast schon Zweifel an unserer Bestimmung aufkommen ließ. Mehr über diese Besonderheit ist in dem Beitrag "Von ungewöhnlichen Butter-Röhrlingen" zu erfahren. (Bärbel Heckmann)