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Ossicaulis lignatilis (Pers.) Redhead & Ginns

Holztrichterling

V=1 (RM=0) - 11.11.2007 MTB 5918.1.3 Jakobiweiher, an totem, z. T. entrindetem Buchenholz


Dieser unscheinbar wirkende Pilz gehört nicht nur im RM-Gebiet zu den absoluten Raritäten. Wer ihn findet, könnte sich schwer tun, ihn überhaupt zuzuordnen. Dieses Problem ist mir erspart geblieben, denn Peter Zügel, der unsere FundGroup zu dem von ihm erkundeten Standort führte, war die Art bereits bekannt. Wir fanden ca. 10 Fk in allen Entwicklungsstadien. Die weißlichen bis hellgrauen, etwas klebrigen, ungerieften Hüte maßen bis zu 4 cm im Durchmesser und waren exzentrisch bis seitlich gestielt, Lamellen leicht herablaufend. Auffallend der starke Mehlgeruch und -geschmack. Habitus und Geruch erinnern an den Mehlräsling (Clitopilus prunulus), der allerdings nicht an Holz wächst.

Trotz seiner Seltenheit ist Ossicaulis lignatilis keine neuere Art. Sie wurde schon 1801, als fast alle Blätterpilze noch in einer einzigen Gattung zusammengefasst waren, von dem Mykologen Christian Hendrik Persoon als Agaricus lignatilis beschrieben. Später wurde sie in verschiedenen Gattungen wie Clitocybe, Hypsizygus, Pleurotus (Seitlinge) oder Pleurocybella untergebracht und sogar schon als var. circinata zum Perlpilz (!) gestellt. Die von Redhead & Ginns kreierte Gattung Ossicaulis ist monotypisch, das heißt, sie enthält nur diese eine in Europa, Nordamerika und Japan vorkommende Spezies. Der Name lignatilis bedeutet "holzartig", was nicht so recht nachvollziehbar erscheint. Unser Pilz ist zwar recht zähfleischig, aber keineswegs holzartig. Sein Hauptwirt ist die Buche, in der Literatur werden aber sogar Vorkommen an in Häusern oder Kellern verbautem Holz sowie an alten Weinfässern genannt. (Dieter Gewalt)

 

+ Ein weiterer Fund ist bereits 1995 von Werner Pohl aus dem NSG Mönchbruch (MTB 6017.1.2, ebenfalls an Buche) berichtet worden.