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Mollisia retincola (Rabenh.) Karst.

Gelbes Schilf-Becherchen

Syn.: Tapesia retincola - V = 0 - 22.05.2008 MTB 6018.3.3 UG. Dianaburg bei Darmstadt - leg. u. Exs. Hermine Lotz-Winter; Foto: D. Gewalt


 

Dieses Schilfbecherchen gehört zu den Arten, die man eigentlich nur durch gezielte Suche finden kann. Offenbar ist aber nur selten nach ihr gesucht worden. Nur so ist zu erklären, dass im Verbreitungsatlas null Funde für Hessen verzeichnet sind und sie auch in anderen Bundesländern nicht gerade üppig vertreten ist. Ich selbst habe oft und vergeblich nach ihr Ausschau gehalten, bis Hermine Lotz-Winter sie bei einer gemeinsamen Pilzexkusion aufgespürt hat.

Der Name Filzbecherchen bezieht sich auf einen Hyphenfilz (Subikulum), der sich auf abgestorbenen Schilfstängeln (Phragmites) ausbreitet und dem die etwa 2 mm großen Apothezien aufsitzen. Im Falle von Mollisia retincola ist er schwarz, wie auf dem oberen Stängel gut zu erkennen ist. Man sucht die Pilzchen am besten am Stielgrund oberhalb des Wasserspiegels. Erscheinungszeit ist Mai bis Juli.

Auf dem gleichen Subsrat wachsen einige weitere Pilze, so auch das Helle Schilf-Filzbecherchen Mollisia hydrophila. Es ist grau oder weißlich-grau mit bläulichem Schimmer und sitzt auf einem braunen Hyphenfilz. Sehr häufig ist die Schilf-Spaltlippe Lophodermium arundinaceum, die in keinem Schilfbestand fehlt. Ebenfalls an Phragmites-Stängeln wachsen kleine Blätterpilze wie der Schilfhelmling Mycena belliae und der Schilfschwindling Marasmius limosus, zwei offenbar sehr seltene Arten (Mai 2008; Dieter Gewalt)

+ 20.05.2002 MTB 5916.3.4 Wiesenmühle bei Flörsheim (Helmut Sandau)

+ 19.06.2002 MTB 5817.2.1 zwischen Stierstadt und Oberursel (Helmut Sandau)