Leucocoprinus birnbaumii (Corda) Singer

Gelber Faltenschirmling


 V = 5  (RM = 4)  -  17.08.2015 MTB 5918.4.4  Waldacker, Privatwohnung im Pflanztopf eines Ficus Benjamini 

leg.: Michael Illig - det. Andrea Hedrich / Kurt Köhler - Foto: Michael Illig


  Leucocoprinus birnbaumii

Ein eher ungewöhnlicher Fund ist für viele Pilzfreunde der gelbe Faltenschirmling. Ungewöhnlich deshalb, weil mal ihn in unseren Gefilden nicht in der freien Natur findet, sondern in wärmebegünstigten Bereichen des menschlichen Umfelds, wie z.B. in Blumentöpfen, Gewächshäusern oder Gärtnereien. So verwundert es auch nicht, dass sich auch der Zeitpunkt seines Auftretens wenig an Jahreszeiten bindet – er kann im geschützten Klima seines bevorzugten Lebensraumes zu jeder Jahreszeit bei uns auftreten.


Aus seiner ursprünglich tropischen Heimat ist der Saprobiont sehr wahrscheinlich in der Erde exotischer Pflanzen zu uns gekommen, um sich weiter zu verbreiten.

In nur wenigen (3-4) Tagen bildet sich sein graziler, limonen- /schwefelgelber  Fruchtkörper voll aus, der sich aus  einem kleinen, fast leuchtend filzig-schuppigen Gebilde zu einem pilzförmigen, geschlossenen Fruchtkörper mit schließlich voll aufgespanntem, außen gerieftem Schirm mit kleinen verschiebbaren hellgelben Schüppchen auf der Hutoberfläche  und feinem Ring am Stiel erhebt,  um in kürzester Zeit wieder zu vergehen.

Leider entspricht der grazile, wunderschöne Anblick des Fruchtkörpers nicht der Erwartungshaltung an den Geruch – er riecht eher muffig und nach feuchtem Keller.

Das obige Bild zeigt zwei ca. 10 cm hohe Fruchtkörper mit ca. 5-6 cm Hutdurchmesser.

Unten sehen Sie den noch jungen Pilz am zweiten Tag mit ca. 2 cm Höhe.

Eine kleine Anekdote: Von Dieter Gewalt wurde der Pilz nicht nur in seiner Wahlheimat Thailand, sondern zu seiner Verwunderung auch auf einem Brachgelände im Stadtgebiet von Dietzenbach (MTB 5918.4.3) gefunden. Er wuchs aus dem Wurzelballen eines hier entsorgten Gummibaums.

(Michael Illig, August 2015)

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