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Lanzia echinophila (Bull.)

Kastanienschalen-Becherling

Syn.: Rutstroemia echinophila - V=3 (RM=1) - 26.08.2005 MTB 6118.1.4 UG Rabennest zw. Darmstadt und Roßdorf; 22.09.2007 MTB 5919.3.4 FundGroup-Wanderung an der Gänsbrüh bei Dudenhofen - Exs. und Dia 26.08.2005 D. Gewalt

 


 

Schon der deutsche Artname deutet auf die besondere Substrat-bindung dieses Ascomyzeten hin. Er hat sich auf vorjährige, feucht liegende Fruchtschalen der Esskastanie spezialisiert. Sein wissen-schaftlicher Name erscheint dagegen etwas irreführend gewählt, denn das griechische Wort echinos bedeutet Igel, und an diesen sympathischen Tieren wird man unseren Pilz vergeblich suchen. Auch wenn man echinophila als "Stacheln liebend" interpretiert, trifft das nicht den Kern der Wahrheit. Mag sein, dass sich ein Fruchtkörper-chen schon mal auf die stachelige Außenseite der Cupulen verirrt, doch für gewöhnlich erscheinen sie an den glatten Innenseiten. Die braunen, 2 bis 10 mm großen, reif meist scheibenförmigen Becherchen sind kurz gestielt, doch wie das Foto zeigt, kann die Stiellänge sogar das Doppelte des Hutdurchmessers erreichen.

Die Fundpunkte im Verbreitungsatlas lassen auf eine seltene Art schließen, aber auch diese Schlussfolgerung muss relativiert werden. Wo es Esskastanien gibt, wird man die Pilzchen oft nicht vergeblich suchen. Es ist der Baum, den man bei uns nur selten sieht. Dort, wo es Esskastanien gibt, habe ich zur richtigen Zeit (August bis Oktober) bei ausreichender Feuchtigkeit und gründlicher Nachsuche auch die kleinen Ascomyzeten entdeckt, bisweilen sogar massenhaft. An Rosskastanien gehen sie nicht.

Lanzia echinophila ist nicht der einzige Pilz, der sich auf dieses Substrat spezialisiert hat. Auf dem Foto erkennt man eine Vielzahl kleiner weißer Flecke, das Esskastanienschalen-Haarbecherchen Arachnoscypha aranea, dessen bis zu 0,3 mm groß werdende Apothecien meist einem spinnwebartigen Subiculum aufsitzen. (Nov. 2007; Dieter Gewalt)