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Hypholoma subericaeum (Fr.) Kuehner

Teichrand-Schwefelkopf

V = 0 - RL 3 - 17.11.2018  - TK 5918.1.2 Stadtwald Frankfurt, Maunzenweiher - leg. det. Exs. und Fotos D. Gewalt


Hypholoma subericaeum 01.jpg

Das Jahr 2018 war im Rhein-Main-Gebiet das trockenste seit Beginn der Wetteraufzeich­nungen. In der Rhein-Main-Ebene südlich von Frankfurt gab es von März bis einschließlich November nur 5 Tage mit mehr als 10 mm Niederschlag. Die Folge: Teiche und Weiher hatten extrem niedrige Wasserstände, in Randbereichen waren normalerweise überflutete Flächen oft meterweit trocken gefallen. In diesen sumpfartigen Bereichen erschienen mitunter Pilze, die man sonst an Teichrändern nie zu sehen bekommt.

Ein solches Beispiel war ein Massenvorkommen des Teichrand-Schwefelkopfes am 17. November am Maunzenweiher im Frankfurter Stadtwald. Es handelt sich um eine sehr seltene Art, die in Roten Listen geführt wird. In der online-Kartierung für Hessen finden sich lediglich am südlichen Rand in Neckarnähe zwei Fundpunkte. Am Maunzenweiher hatten wir ein Vorkommen, das sich über eine längere Strecke im trocken gefallenen Uferbereich hinzog und mindestens 500 gesellig wachsende Fruchtkörper enthielt. Der Baumbestand in diesem Bereich bestand aus Weiden sowie jungen Eichen und Buchen.

Die Pilze fielen vor allem durch einen extrem faulig-muffigen Geruch auf. Aufgrund der bräunlichen Lamellen wurde auf ein ebenso gefärbtes Sporenpulver geschlossen und die Gattung Hypholoma in Betracht gezogen. In dieser gibt es einige wenige Arten, die typischer­weise auf feuchten bzw. moorigen Böden wachsen.

Bei einer gezielten Suche am 28. November 2018 fanden wir die Art auch am Jacobiweiher (TK 5918.1.3)

      Hypholoma subericaeum 02.jpg

Kurzbeschreibung:

Hut: 2 - 5 cm, oliv-gelblich bis dunkelbraun, hygrophan, an den Huträndern manchmal mit weißlichen Kristallausscheidungen

Lamellen: jung blass grau, später braun mit violettlichem Schein, zum Rand hin gegabelt, Schneiden heller

Stiel: weißlich, teilweise gelblich bis bräunlich überfasert, 5 - 8 cm lang, Ø 4 - 7 mm

Geruch: penetrant faulig-muffig

Sporenpulver: violettbraun 

Mikromerkmale: Sporen glatt, elliptisch, 7 - 9 X 4 - 5 µm; auffallend dicht gedrängt stehende flaschenförmige Cheilozystiden an den Lamellenschneiden

 

Ähnlich sind der Heide-Schwefelkopf Hypholoma ericaeum und der Geriefte (Flockenschnei­dige) Schwefelkopf Hypholoma ericaeoides, die an ähnlichen Standorten wachsen können, sich aber mikroskopisch durch größere Sporen (>10 µm) unterscheiden. (Dieter Gewalt, Dezember 2018)