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Hygrocybe pratensis (Pers.:Fr.) Murr.

Wiesenellerling

Syn.: Camarophyllus pratensis - RL=3 V=11 (RM=1) - 12.11.2005 MTB 5816.1.4 Bornwiese bei Eppenheim; MTB 5916.1.2 beweidete Wiese in Langenhain; an ähnlichen Standorten auch in den MTB 5916.2.1 und 5816.3.3 - Dia D. Gewalt


 

 

Wohl jeder Pilzfreund hat so seine Liste von Arten, die er gern mal finden würde. Bei mir gehört seit langer Zeit der Wiesenellerling dazu. Zum ersten Mal bin ich Mitte der 50er Jahre in "Knaurs Pilzbuch" von Linus Zeitlmayr auf ihn aufmerksam geworden. Seither habe ich ihn eifrig gesucht, aber nie gefunden. Die Erfolglosigkeit ist um so erstaunlicher, als es sich um einen Pilz handelt, der mit 115 Fundpunkten in Deutschland (West) nicht gerade zu den Raritäten zu zählen scheint. Da seine angestammten Lebensräume (naturnahe, extensiv bewirtschaftete Wiesen) jedoch zunehmend verschwinden, ist er während der letzten Jahrzehnte stark rückläufig und wird als gefährdete Art in den Roten Listen geführt.

Dass es sich um einen überaus attraktiven Pilz handelt, vermittelte schon das Aquarell von Claus Caspari in Knaurs Pilzbuch. Die Fotos, die ich danach zu Gesicht bekam, bestärkten meinen Wunsch, ihn einmal live zu erleben. 50 Jahre nach der ersten literarischen Begegnung, als die Hoffnung auf einen Fund längst geschwunden war, ging dieser Wunsch doch noch in Erfüllung. Thomas Lehr führte uns zu einer beweideten Magerwiese am Ortsrand von Langenhain, die sich als wahres Juwel entpuppte. Solche Biotope werden in der Literatur gern als Saftlingswiesen bezeichnet und dieses Prädikat erwies sich in eindrucksvoller Weise als zutreffend. 8 Hygrocybe-Arten haben wir notiert. Für mich stellten natürlich die Wiesenellerlinge mit ihren hell-orange bis gelbrötlich getönten Hutfarben und den wie aus Wachs modellierten Lamellen alle anderen Funde in den Schatten. Auf eine Kostprobe in der Küche habe ich aus Artenschutzgründen verzichtet. (Dieter Gewalt)