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Helicobasidium brebissonii (Desm.) Donk

Violette Schneckenbasidie

21.04.2006 MTB 6018.1.4 NSG Rohr bei Messel - Exs., Foto und Mikrozeichnung Hermine Lotz-Winter


 

In einem Hybridpappelwäldchen, durchmischt mit einzelnen Erlen und wilden Pflaumenbäumen am Rande eines Wasserlaufs wurden in der Schicht der verrottenden Blätter Furchtkörper der Schneckenbasidie gefunden. Der Standort war von einer das ganze Jahr bestehenden Bodenfeuchtigkeit geprägt (Quellgebiet), der Boden gut mineralisiert, wohl stickstoffreich (Brennesseln). Der Pilz bedeckte als völlig resupinater, etwa 1 mm dicker Überzug in einer Ausehnung von ca. 8 x 2 cm verschiedene Substrate wie Pappelästchen, Brennnesselstängel etc., an denen er lose befestigt war. Die Oberfläche war violett, wellig-höckerig und matt weißlich bereift.

 

 

Im Mikroskop zeigten sich die typischen spazierstockartigen Basidien, die die ursprüngliche Vermutung sofort bestätigten (im Feld sehen Tulasnella- oder Exidiopsisarten oft sehr ähnlich aus):

Der Pilz gilt als ziemlich selten und lebt parasitisch und/oder saprophytisch. Verwandt ist er wegen seiner Basidien mit den Judasohren. Die Anamorphe Rhizoctonia ("Violetter Wurzeltöter") war in unseren Breiten früher ein bedeutender Schädling verschiedener Kulturpflanzen. (Hermine Lotz-Winter)