Gyrodon lividus (Bull.:Fr.) Sacc.

Erlengrübling

RL=3 - V=4 (RM=2) - 04.10.2009 bei einer FundGroup-Wanderung am Dornsee bei Dietzenbach (MTB 5918.4.1), in einer erlenbruchartigen Senke - Foto: D. Gewalt


 

Nichts leichter, als diesen Röhrling zu erkennen! Es ist der einzige mit deutlich am Stiel herablaufenden Röhren, die zudem noch sehr kurz, sehr fein und schwer ablösbar sind. Jung sind sie leuchtend gelb, später schmutzig oliv, auf Druck dunkelblau verfärbend. Bei dieser Merkmalskombination kann man im Umkehrschluss auf die Baumart schließen, bei denen die Pilze wachsen. Es müssen Erlen sein wie hier in einer feuchten Senke am Dornsee, in der es von Erlengrüblingen nur so wimmelte. Grob geschätzt dürften es 60 - 80 Fruchtkörper gewesen sein, verteilt auf eine Fläche von etwa 60 Qudratmetern.

Ich habe den seltenen, als "gefährdet" in der Roten Liste bedrohter Arten geführten Pilz schon zwei Jahre zuvor an gleicher Stelle gefunden. Damals waren es einige wenige, schon stark überalterte Exemplare. Um so größer die Freude, zu einer trockenheitsbedingt extrem pilzarmen Zeit auf ein solches Massenvorkommen zu stoßen. Weil seine typischen Standorte wie Erlenbrüche und Auwälder stetig zurückgedrängt werden, wird inzwischen schon eine Einstufung als "stark gefährdete Art" empfohlen. Im Verbreitungsatlas (1991) sind für das gesamte Rhein-Main-Gebiet nur zwei Fundpunkte eingetragen, von denen einer im MTB 5918 liegt. (Okt. 2009, Dieter Gewalt)