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Gymnopus luxurians (Peck) Murill

Üppiger Rübling

(= Collybia luxurians) - V=0 - 02.09.2007 MTB 5918.4.3 Kreishaus Dietzenbach, auf Rindenmulch - Exs. D. Gewalt - Das Foto von Thomas Lehr entstand am 28.08.2006 auf einer Rindenmulchfläche an der Lorsbacher Kläranlage (MTB 5816.4.3)


 

Tintling-Leser wissen mehr. So hatte ich keine Probleme, die am Kreisel in der Dietzenbacher Innenstadt wachsenden Pilze zu bestimmen. Insgesamt 6 Büschel mit bis zu 30 Fk wuchsen hier in einer relativ frisch mit Rindenmulch belegten Zierstrauchrabatte. Ich erinnerte mich sofort, in Karin Montags Pilzzeitung schon einmal über einen aus Nordamerika eingewanderten Rübling gelesen und Abbildungen von ihm gesehen zu haben. Beim Nachschlagen fand ich meine Vermutung bestätigt. Ich hatte tatsächlich den Üppigen Rübling Gymnopus luxurians gefunden! Kennzeichen: Kastanienbraune, wegen des gedrängten Wachstums vielfach deformierte Hüte mit Durchmessern von bis zu 10 cm auf knorpelig steifen, nicht selten verdrehten Stielen. Lamellen dünn, schmal und eng stehend, creme bis fleischrosa. Das weißliche Fleisch riecht pilzartig aromatisch, schmeckt herb, aber nicht bitter.

Nachdem es die Art "über den großen Teich geschafft" hat, scheint sie sich nach einer gewissen Eingewöhnungsphase in rasantem Tempo in Europa auszubreiten. Die ersten Funde wurden aus den Niederlanden (1989), Frankreich (1993) und Italien (1994) gemeldet, 1997 sind sie im Saarland angekommen und inzwischen auch im Rhein-Main-Gebiet. Allein in Dietzenbach konnten drei Vorkommen beobachtet werden: am 29.08.2007 am Kreisel in der Stadtmitte, am 03.08.2006 auf dem Friedhof und der oben angegebene Fund am Kreishaus, an den sich die Teilnehmer einer vhs-Pilzwanderung vielleicht noch erinnern können, alle im MTB 5918.4.3 auf Rindenmulch. Eine weitere Aufsammlung in der Region gelang am 28.07.2007 an der Offenbacher Straße in Neu-Isenburg (MTB 5918.1.3, ebenfalls in einer gemulchten Rabatte).

Wer die gute Frau Montag kennt, der ahnt es vielleicht schon: selbstverständlich hat sie den Pilz in ihrer Küche ausprobiert und für essbar und durchaus wohlschmeckend befunden. Vor ähnlich mutigen Kostversuchen mit Pilzen mit unbekanntem Speisewert muss aber an dieser Stelle eindringlich gewarnt werden. (Dieter Gewalt)