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Disciotis venosa (Pers.:Fr.) Boud.

Morchelbecherling

RL=3 V=7 (RM=3) - 27.04.2008 MTB 6116.4.4 NSG Kühkopf - Foto: Michèle Küchemann


 

Dieser in auwaldähnlichen Biotopen nicht seltene Ascomyzet könnte leicht für einen Becherling gehalten werden. Seine braune Innenseite, an der die Sporen gebildet werden, ist typisch geadert bis faltig-furchig; in deutlichem Kontrast hierzu steht die helle, feinkörnige bis kleiige Außenseite. Die Trama selbst ist von brüchiger Konsistenz. Untrügliches Merkmal des Pilzes, der bis zu 20 cm Durchmesser erreichen kann, ist sein Chlorgeruch.

Auch die Namen geben Auskunft über seine Eigenschaften. Aderiger Becherling beschreibt die Struktur seiner Innenseite, Morchelbecherling verweist auf die Zugehörigkeit zur Familie der Morchelartigen (Morchellaceae; mit den Becherlingen ist er nicht verwandt) - oder vielleicht auch auf den Speisewert des Pilzes, der von Kennern ebenso geschätzt wird wie die delikaten Morcheln. Der Name Flatschmorchel bezieht sich darauf, dass sie im Gegensatz zu den Morcheln keine aufrechte Wuchsform haben und vor allem im Alter wie platt getreten aussehen können.

Der Morchelbecherling ist wie die Morcheln ein Frühjahrspilz, also in den Monaten April bis Mai zu finden, nicht selten an den gleichen Standorten wie diese. Der etwas stechende Chlorgeruch verschwindet beim Erhitzen. Verwechselt werden könnte der Morchelbecherling mit dem Größten Scheibling (Discina perlata), der zur gleichen Zeit, aber im Nadelwald wächst und nicht nach Chlor riecht. (April 2008, Dieter Gewalt)