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Creolophus cirrhatus (Pers.:Fr.) P.Karst

Dorniger Stachelbart

RL=3 V=21 (RM=9) - 19.08.2007 MTB 5918.3.2 Kochseeschlag bei Neu-Isenburg, an Buche - Foto: M. Küchemann


 

Als Anfängerin in der Mykologie fiel mir beim Joggen an der Fürstenschneise ein außergewöhnlicher Pilz an einem toten Buchenstamm auf. Er war weiß bis blass-gelblich und ca. 12 cm hoch. Es war für mich schwer, die verschiedenen Teile zu erkennen. Es gab eine Art Strunk, aus dem sich mehrere Hüte ausbreiteten, die an ihrer Unterseite mit bis zu 1 cm langen Stacheln besetzt waren. Die Oberseiten waren rau. Einen derartigen Pilz hatte ich noch nie in der Natur gesehen, aber ähnliche schon auf Abbildungen. Zu Hause wälzte ich meine Pilzbücher und fand die beobachteten Merkmale übereinstimmnd mit dem Dornigen Stachelbart. Ich nahm meinen Fund zum nächsten Pilzfreff mit, wo meine Bestimmung von Dieter Gewalt bestätigt wurde. Zu meiner Überraschung erfuhr ich, dass der Pilz essbar ist. Der Test in der Küche fiel durchaus positiv aus, allerdings werde ich zukünftige Stachelbartfunde unberührt lassen, da der Pilz zu den geschützten Arten gehört. (Michèle Küchemann)

+ Weitere rezente Funde: MTB 6018.4.2 UG. Thomashütte, am 02.09.2007 bei einer vhs-Exkusion; MTB 5918.4.1 am 03.10.2007 im UG. Gebranntes Loch bei Dietzenbach (Dieter Gewalt); beide an Buche; MTB 6017.1.3 am 03.10.2007 nahe der Mönchbruchmühle (Hermine Lotz-Winter)

 

+ Für viele Pilzfreunde ist es ein bemerkenswertes Ereignis, den Dornigen Stachelbart (Creolophus cirrhatus) zu finden. Ein solches Prachtexemplar aber, wie es Peter-Hinrich Voß in der Nähe von Heusenstamm entdeckt hat, verdient besondere Hervorhebung. Der Pilz war auch Anlass für unsere FundGroup, am 22.06.2008 den Wuchsort im "Kiefernheg" (MTB 5918.2.3) zum Ausflugsziel zu machen. So sehr uns der riesige Fruchtkörper beeindruckt hat - seine fotografische Dokumentation verursachte großen Ärger und maßlose Enttäuschung. Die Digitalkamera lieferte extrem farbverfälschte Bilder mit einem so grauenhaften Gelbstich, dass an eine Veröffentlichung nicht zu denken war. Nur der gelungenen Bildbearbeitung durch Thomas Lehr ist es zu verdanken, dass ein "farbgetreues" Dokument daraus geworden ist. (Dieter Gewalt)