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Cortinarius (Ph.) purpurascens Fr. var. largusoides Hry.

Purpurfleckender Laubwald-Schleimfuß

18.10.2001 MTB 5918.4.3 UG Lichteichen westl. von Dietzenbach in einem Gebiet mit offenem Eichenbestand - leg. und Dia D. Gewalt; det., Exs. und Aquarell R. Kärcher


 

Diese Varietät unterscheidet sich von der Grundart C. purpurascens durch den fast zylindrischen, basal leicht bauchig-verdickten, nie gerandet oder schräggerandet knolligen Stiel, der dem des Blassen Schleimkopfes (Cortinarius largus Fr.) ähnelt und auch namensgebend war. Der Purpurfleckende Laubwald-Schleimkopf gehört zu jenen Aren, die an Druckstellen des violetten Stiels und der Lamellen purpurviolettlich verfärben und mit Lugollösung im Fleisch weinrötlich reagieren. Ein weiterer Unterschied ist der mehr oder minder ausgeprägte Honiggeruch nach Anschnitt der Stielbasis, ein Merkmal, das wir vom Langstieligen Schleimfuß (C. elatior Fr.) her kennen.

Die Varietät largusoides wird im Abbildungsverzeichnis mitteleuropäischer Großpilze nicht erwähnt, weil manche Autoren zu einer Synonymisierung mit C. purpurascens neigen. Der Bestimmer hält weiterhin an der Auffassung von Moser fest und schließt eine Synonymie mit C. purpurascens aus. Am 09.06.2002 habe ich hier in Schlossborn über diesen Fund mit Herrn Schwöbel (Pfinztal-Söllingen) diskutiert, der sich dieser Auffassung anschließt.

Im Gegensatz zur Grundart, die nicht selten in sauren und oberflächenversauerten Nadelwäldern auftritt, bevorzugt die var. largusoides eine andere Ökologie, nämich bessere, neutrale bis kalkhaltige Böden. Sie ist Mykorrhizapartner vorwiegend von Eichen und Buchen meist offener Stellen, gerne an Wegrändern, in Parkanlagen oder parkähnlichem Gelände und auf Friedhöfen.

Die nomenklatorische Stellung von C. purpurascens var. largusoides ist allerdings umstritten, da die Typusart Agaricus purpurascens Fr.:Secr. ein jüngeres Homonym von Agaricus (Limacium) purpurascens Alb. & Schwein. ex Fr. ist und somit illegitim sein dürfte. (Jan. 2008, Reinhold Kärcher)

++ 23.09.1992 und 01.11.1992 MTB 5817.1.3 Schwalbach a. Ts. auf dem Südfriedhof unter Eichen - leg. W. Hütter, det. R. Kärcher. Bis auf eine ca. 10 m entfernt stehende Birke keine weiteren Begleitbäume in Wuchsortnähe. (Reinhold Kärcher)

++ 23.09.2001 MTB 5918.4.1 UG Steinberger Wald: C. purpurascens auch hier gefunden (von Reinhold Kärcher überprüft) und fotografiert (siehe obige Abbildung). Als Begleitbäume kommen Eiche und Buche in Betracht, eine ebenfalls anwesende Waldkiefer ist wohl auszuschließen. An diesem Standort erschien der Pilz auch in den Folgejahren, zuletzt 2007. (Dieter Gewalt)