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Cordyceps ophioglossoides (Ehrl.:Fr.) Link

Zungenkernkeule

V=1 (RM=1) - 26.07.2008 MTB 5919.3.3 Ansfeldwald, auf Elaphomyces muricatus, bei Roteichen - Foto: D. Gewalt


 

Beim Bestimmen von Kernkeulen ist es wichtig, ihren Wirt ausfindig zu machen. Verfolgt man die von der Zungenkernkeule ausgehenden, gelblichen Myzelstränge ins Erdreich, gelangt man bei behutsamer Vorgehensweise zu einer Hirschtrüffel. Hier parasitiert also ein Pilz auf einem anderen. Die befallene Hirschtrüffel (übrigens nicht verwandt und nicht verschwägert mit echten Trüffeln) kann sich nicht mehr bis zur Sporenreife entwickeln.

Mit etwas Erfahrung sind Zungenkernkeulen auch ohne Nachforschungen ins Substrat zu erkennen. Ihre Fruchtkörper gliedern sich in einen verdickten, zungen- oder spatelförmigen Kopfteil, an dessen Außenseite die Sporen gebildet werden, und einen sterilen, oft verbogenen Stiel, der etwa 6 cm lang werden kann. Junge Pilze erscheinen ab Juli und sind olivgrünlich gefärbt, im Alter werden sie dunkler, zuletzt schwarz. Dann sind die fertilen Kopfteile oft vom weißen Sporenpulver bepudert.

Im Rhein-Main-Gebiet sind mir nur zwei Standorte bekannt, wobei dem im Ansfeldwald besondere Bedeutung zukommt. Hier wachsen Jahr für Jahr Tausende Zungenkernkeulen, und zwar ausschließlich im Roteichenforst. Im Untergrund muss es von Hirschtrüffeln nur so wimmeln. (Dieter Gewalt, Juli 2008)

+ Eine andere, ebenfalls im Ansfeldwald auf Hirschtrüffeln parasitierende Art ist Cordyceps longisegmentis.