Statistik
Startseite > FundGroup > Thailand News

Thailand News


  G r ü ß e a u s T h a i l a n d

Liebe FundGroup-, Vogel- und Orchideenfreunde,

das Küken links dürfte im Stadium eines Nestflüchters sein, ist aber vor mir und meiner Kamera nicht geflohen. Die Thais nennen die Art Nok Khao, was so viel wie "laufender Vogel", auf gut Deutsch also Fußgänger heißt.

Pilze in freier Wildbahn gibt es zur Zeit kaum. Um so bemerkenswerter der unten abgebildete Fund. Es handelt sich um einen Zuchtpilz, der jedoch nicht von Menschen sondern von Termiten kultiviert wird. Er ist hier gar nicht so selten und es wird ihm eifrig nachgestellt. Er ist einer der beliebtesten, aber auch teuersten Marktpilze. Die Thais nennen ihn Het Khoon, was "Termitenbau-Pilz" heißt. Sein wissenschaftlicher Name ist Termitomyces striatus.

Die linke Abbildung zeigt unseren Fund mit tief wurzelnden Stielen in der Nähe einer unterirdischen Termitensiedlung. Rechts daneben ein Kilogramm, das wir für ca. 5,50 € im vorigen Jahr auf dem Markt gekauft haben. Ich kann Ihnen versichern: dieser Pilz ist eine echte Delikatesse und bestätigt auch die kulinarische Wertschätzung, die ihm die Insekten beimessen. (Tui und Dieter Gewalt)

 

20. Dezember 2007: Da es bei der zur Zeit herrschenden Witterung für Pilze zu trocken ist, möchte ich Sie mit zwei Orchideen aus unserem Garten erfreuen. Dank guter Pflege gedeihen sie hier prächtig und in beeindruckender Artenvielfalt:

03. Januar 2008: Thailands beliebtester und meistverzehrter Speisepilz ist Het Fang, zu Deutsch Reisstrohpilz. Er wird auf freiem Feld auf Reisstroh gezüchtet, wobei die Zuchtbeete zum Schutz vor Sonnenlicht und zur Erzeugung eines wachstumsfördernden Kleinklimas mit Palmwedeln abgedeckt werden. Die jungen, noch nicht aufgeschirmten Pilze werden vor Sonnenaufgang geerntet und schon am frühen Morgen auf den Märkten verkauft. Es handelt sich um eine Zuchtform des Schwarzstreifigen Scheidlings Volvariella volvacea, der auch in Europas Wäldern vorkommt. Die Chancen, ihn einmal in freier Wildbahn zu Gesicht zu bekommen, sind jedoch sehr gering. Die Art ist extrem selten. Ich selbst habe ihn erst ein einziges Mal im Spessart nahe Elsenfeld gefunden.

Tipp für die deutsche Küche: Der in Asien so beliebte Speisepilz ist auch in Mitteleuropa zu haben. Als preiswerte Konserven in Asia Shops und Asia-Abteilungen vieler Supermärkte. Eine empfehlenswerte Alternative zu Dosenchampignons, wie ich meine. Warum nicht mal ausprobieren?

09. Februar 2008: Nach langer Trockenheit hat es in Cha Am endlich mal wieder geregnet. Wie das hierzulande üblich ist, recht ordentlich und zwei Tage lang. Da konnte man endlich mal wieder mit ein paar Pilzfunden rechnen und meine Erwartung wurde nicht enttäuscht.

Der Habitus der am Stamm einer Bananenstaude wachsenden weißen Pilzchen mit mehrfach untermischten und anastomosierenden Lamellen erinnerte sehr an unsere Schwindlinge. Da trockene Fruchtkörper nach Befeuchten nicht wieder auflebten, könnte es sich um eine Art aus der Gattung Marasmiellus gehandelt haben. Leider gibt es in Thailand keine vernünftige Pilzliteratur, die ich für einen Bestimmungsversuch hätte heranziehen können.

Die vermutlich gleiche Sippe wuchs übrigens auch am Stamm einer Palme.

 

 

 

20. Februar 2008 (Foto unten links): Diesen Pilz fotografierten wir vor dem Haus unserer thailändischen Nachbarn. Hier weiß jeder in der näheren Umgebung, dass wir uns für Pilze interessieren. Wir werden sofort infomiert, wenn etwas entdeckt wird. Im vorliegenden Fall wussten aber auch unsere Nachbarn nicht, um welche Art es sich handelt. Dem Habitus nach vermuten wir einen seitlingsartigen Pilz (Pleurotus).

22. Februar 2008 (Foto oben rechts): In einer schattigen Ecke unseres Gartens fanden wir diesen Pilz. Es lässt sich unschwer vermuten, dass es sich um einen Vertreter der Phallales, also einen Verwandten unserer Stinkmorchel handelt. Die Reste der Hexenei-Hülle sind noch am Stielgrund zu erkennen. Seinen Geruch kann man im Vergleich zu unserem Stinker nur als unauffällig beschreiben, doch möglicherweise haben wir seine duftende Phase auch nur verpasst. Bestimmen konnten wir ihn leider nicht.

An Totholz finden wir hier nicht selten zwei Arten, die auch in Deutschland häufig sind: das Judasohr und den Spaltblättling. Letzter ist ein Kosmopolit und fast überall auf der Welt zu Hause. Während er in Mitteleuropa eine auffällige Vorliebe für sonnenexponierte Buchenstämme in der Initialphase hat, besiedelt er in Thailand so ziemlich alles, was ihm in die Quere kommt. Wir haben ihn u. a. an verkohlten Palmstämmen, an Bambus (das bekanntlich zu den Gräsern zählt), an Mangroven und auf Ko Samui sogar an einer mit blauer Farbe bemalten Kokosnuss gefunden.

06. - 15. März 2008 (Fotos unten): Dass es sich bei unserem letzten Fund um einen Düngerling (Panaeolus) handelt, ist an den scheckigen Lamellenflächen zu erkennen. Die Pilze wachsen massenhaft auf Elefantendung, den wir zur Beobachtung in unserem Garten deponiert haben. Inzwischen sind auch kleine Tintlinge erschienen und wir sind gespannt, ob sich noch weitere Pilze (z. B. koprophile Ascomyceten) auf dem nährstoffreichen Substrat ansiedeln werden.