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Tour 5:

Pilze an Holz (1)

Inhalt:  Crepidotus variabilis - Exidia plana - Fomitopsis pinicola - Hapalopilus nidulans - Hyphodontia sambuci - Hypoxylon fragiforme - Isaria umbrina - Inonotus hispidus - Junghuhnia nitida - Laetiporus sulphureus - Lycperdon pyriforme - Mycena stipata - Peniophora laeta - Phellinus conchatus - Pholiota aurivella - Pholiota flammans - Piptoporus betulinus - Schizophyllum amplum (Auriculariopsis ampla) - Schizophyllum commune - Trametes versicolor


 

Crepidotus variabilis - Gemeines Stummelfüßchen

oder: Viel Verwirrung um einen Namen

Weshalb dieses hübsche Pilzchen mit wissenschaftlichem Namen "variablis" heißt, entzieht sich meinem Verständnis. Es ist überhaupt nicht veränderlich, sondern sieht immer gleich aus. Dass seine Sporen mal elliptisch, mal rund sein sollen, kann auch nicht der Grund sein. Dann wären es zwei verschiedene Arten. Tatsächlich gibt es das Rundsporige Stummelfüßchen (C. cesatii), das genau so aussieht wie das Gemeine. Warum das Gemeine mit deutschem Namen gemein heißt, ist auch nicht nachvollziehbar. Das Rundsporige ist nämlich die eindeutig gemeinere (= häufigere) Art. Um die beiden zu unterscheiden, muss man also die Sporenform überprüfen. Vielleicht ist aber genau das der Grund, warum eines von ihnen so heißt. Weil es nämlich eine Gemeinheit ist, dass man jeden Fund mikroskopieren muss, bevor man ihn sicher benennen kann. Das ist bei den hier fotografierten Exemplaren auch geschehen.  (Dieter Gewalt)


 

Exidia plana - Warziger Drüsling

Dieser Pilz ist leicht zu erkennen und man findet ihn in jedem Laubwald. Am liebsten wächst er an berindetem Buchenholz. Bei feuchtem Wetter ist er ein schwarzer Glibber mit gehirnartig gewundener Oberfläche und lässt sich leicht vom Substrat ablösen. Bei Trockenheit bleibt nicht viel davon übrig. Dann überzieht ein kaum noch strukturierter Belag die Rinde, der wie eine schwarze Lackschicht aussieht.

Essbar? Laut mir bekannter Literatur nicht. Aber viellicht hat´s ja nur noch niemand versucht. Er wird übrigens auch Hexenbutter genannt. Ein Hinweis, dass es vieleicht doch Wesen gibt, die Verwendung für ihn haben? (Dieter Gewalt)


 

 

 

Fomitopsis pinicola - Rotrandiger Baumschwamm

Guttation heißt der Vorgang, bei dem einige Pilze überschüssiges Wasser abscheiden. Zu ihnen gehören Arten aus den unterschiedlichsten Ordnungen und Familien wie der Körnchenröhrling, der Tränende Saumpilz oder einige Porlinge. Die Tröpfchen müssen keineswegs immer wasserklar sein wie hier beim Rotrandigen Baumschwamm, so dass ihre Farbe durchaus als Bestimmungshilfe dienen kann. Der beim hier gezeigten Fruchtkörper kaum auszumachende rote Rand ist vor allem ein Merkmal während der Wachstumsphasen. Der Pilz kann mehrere Jahre alt werden, ist Saprophyt und Wundparasit mit weitem Wirtsspektrum, das sowohl Nadel- als auch Laubhölzer umfasst. Am häufigsten ist er an Fichte und Buche zu finden, nicht selten auch an Kiefer oder Birke.

Foto: Dieter Gewalt, 23.08.2002, MTB 6018.2.2 Kaupenwald bei Dietzenbach, an liegendem Kieferstamm


 

 

 

Hapalopilus nidulans - Weicher Zimtporling

Bis vor einigen Jahren hat man geglaubt, unter den holzbewohnenden Porlingen gäbe es keine Giftpilze. Seit zwei Vergiftungsfällen in der ehemaligen DDR weiß man es besser. Übeltäter war der Zimtfarbene Weichporling, sein toxischer Wirkstoff die Polyporsäure. Vergiftungssymptome treten nach ca. 12 Stunden in Form von Mattigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Seh- und Koordinationsstörungen, Beeinträchtigung der Leber- und Nierenfunktionen auf  -  also ganz schön heftig. Außerdem färbt er den Urin violett. Und noch eine Farbreaktion ist bei ihm festzustellen: die Fruchtkörper dieses häufigen, einjährigen Porlings, der vor allem an toten Ästen und Stämmen von Buche, Eiche und Hasel gefunden wird, verfärben sich mit Laugen rot oder violett.  (Dieter Gewalt)

 


 

 

 

 

Hyphodontia sambuci - Holunder-Rindenpilz

Diese häufige Art düfte in keinem Holunderbestand fehlen, wird aber von den meisten Naturfreunden gar nicht als Pilz erkannt. Verständlich - sehen die befallenen Stammteile oder Äste doch eher aus, als seien sie mit weißer Farbe oder Kalk angestrichen worden. Solche flächigen Wuchsformen werden in der Mykologie als resupinat bezeichnet. Erst bei genauerem Hinschauen erkennt man, dass die Oberfläche höckerig oder warzig ist. Im Alter reißt sie oft felderig auf, wie auf unserem Foto gut zu sehen ist. Trotz des Namens ist unser Rindenpilz keinesfalls nur an Holunder zu finden. Sein Substratspektrum ist enorm: allein in Krieglsteiner: Die Großpilze Baden-Württembergs Band 1 sind ca. 40 Wirtspflanzen aufgeführt, darunter Rosengewächse, Wacholder, Lianen, Binsen und Salbei, zu denen ich aus eigener Beobachtung noch Viburnum opulus (Gemeiner Schneeball) und Syringa vulgaris (Flieder) hinzufügen kann.  (Dieter Gewalt)


 

 

 

 

Hypoxylon fragiforme - Rötliche Kohlenbeere

Isaria umbrina - Parasitischer Fadenpilz

Isaria umbrina ist ein konidienbildender Hyphomycet, der zu den Fungi imperfecti gehört und bei Hobbymykologen ein beliebtes Diskussionsthema. Die Geister scheiden sich daran, ob der Fadenpilz ein auf Hypoxylon-Arten spezialisierter Parasit oder eine Nebenfruchtform der Kohlenbeeren ist. Prof. Heinz Butin, der ehemalige Leiter des Instituts für Pflanzenschutz im Forst an der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig, vertritt die Parasiten-Theorie: "Isaria umbrina ... gehört zu den imperfekten und konidienbildenden Hyphomyzeten, die auch ohne sexuelle Verknüpfungen gut durchs Leben kommen." (mehr im Pilzforum in einer Stellungnahme vom 22.01.2006 www.fungiworld.com). Immer wieder wird auch die Meinung geäußert, Isaria umbrina trete stets zusammen mit der auf Eichenästen wachsenden Kleinsporigen Kohlenbeere Hypoxylon howeianum auf, ja, man könne sogar von ihr direkt auf H. howeianum schließen. Wir haben jedenfalls im Frankfurter Stadtwald (FundGroup-Wanderung am 07.06.2009) die Fadenpilze bei H. fragiforme auf Buchenästen gefunden. Die hübschen "Spinnen" saßen übrigens auch auf alten Stromata von Diatrype stigma und direkt neben Resten von Buchen-Eckenscheibchen. (Text: Hermine Lotz-Winter; Foto: Dieter Gewalt)


 

 

Inonotus hispidus - Zottiger Schillerporling, Pelzporling

Irgendwann erwischt es so ziemlich jeden Apfelbaum, meist auf seine alten Tage. Er wird vom Pelzporling befallen und damit ist sein Schicksal besiegelt. Der mordende Parasit ist immerhin ein rücksichtsvoller Killer. Er lässt dem Gartenbesitzer Zeit, ein junges Bäumchen zu pflanzen und dessen Ertragsreife abzuwarten. So lange trägt der Patient noch Früchte.

In geschlossenen Wäldern wird man unseren Pilz, den man vielleicht besser als Schwächeparasiten bezeichnen sollte, kaum einmal finden. Gelegentlich bildet er auch an anderen Wirtsbäumen seine einjährigen Fruchtkörper aus. Ich habe ihn mehrfach an Walnuss sowie an den erstaunlich pilzresistenten Platanen beobachtet.  (Dieter Gewalt)

 


 

 

 

 

Junghuhnia nitida - Schönfarbiger Resupinatporling

Das Foto könnte leicht eine falsche Vorstellung von den Größenverhältnissen vermitteln. Es stellt nicht mehr als 2 cm der natürlichen Breite dar und zeigt etwa 40% der Länge des gefundenen Pilzes. Zum noch besseren Verständnis: auf einen Millimeter Hymenium kommen etwa 5 bis 6 Poren, die mit bloßem Auge praktisch nicht zu erkennen sind. Erst mit der Lupe gewinnt man einen Eindruck von den vielfältigen, wabenartigen Strukturen. Die Farbe ist "schön" orange-ocker bis lachsgelb.

Um den Pilz zu finden, muss man am Boden liegende Laubholzäste umdrehen. Die Chancen auf Erfolg sind m. E. größer als Literaturangaben und Verbreitungskarten suggerieren. Wo es Laubwälder gibt, wird man bei gezielter Suche und mit etwas Geduld mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit fündig werden. Das Foto zeigt einen Fruchtkörper, den ich am 29.06.2008 im Mittelwald bei Urberach (MTB 6018.2.4) am entrindeten Ende eines 3,5 cm dicken Buchenastes gefunden habe, auf dem der Pilz auch den Rand eines anhaftenden Buchenblattes überwachsen hatte. (Dieter Gewalt)


 

 

 

Laetiporus sulphureus - Schwefelporling

Speisepilzsammler sind bei unserer Wanderung am 27.07.2008 am Jakobiweiher im Frankfurter Stadtwald voll auf ihre Kosten gekommen - an nur einer Fundstelle! Ob der Schwefelporling für die Küche taugt, zeigt sich beim Anschnitt. Wenn das Messer durch das Pilzfleisch gleitet wie durch Butter, ist er zum Verzehr geeignet. Das war bei unserem Fund der Fall. Besonders gut schmeckt er in einer Art Pfannkuchenteig gewendet und gebraten, ist aber auch, wie ein Test in meiner Küche ergeben hat, bei normaler Zubereitung schmackhaft und empfehlenswert. Zum gebratenen Schwefelporling passt sehr gut die asiatische "Süße Chillisoße" (Sweet Chilli Sauce for Chicken). Von einigen Exkursionsteilnehmern, die den Pilz zum ersten Mal gekostet haben, erhielt ich begeisterte Anrufe. Dies bestätigt, was Kenner längst wissen: dieser Porling (dessen Poren übrigens so fein sind, dass man sie mit bloßem Auge kaum erkennt) gehört zu den besten Speisepilzen überhaupt und ist, wenn man auf Größe, Farbe und Wachstum an Holz achtet, kaum zu verwechseln. In Wäldern findet man ihn meist an Eichen, außerhalb u. a. an Pappeln, Weiden und Obstbäumen. Er ist ein ziemlich aggressiver Forstschädling, der im Holz befallener Bäume eine intensive Braunfäule verursacht. Seine Fruktifikationszeit ist Mai bis Herbst. (Dieter Gewalt)


 

Lycoperdon pyriforme - Birnenstäubling

Viele Boviste und Stäublinge wie z. B. den Kartoffelbovist oder Flaschenstäubling, kann man auf morschem Holz finden, obwohl sie eigentlch Bodenbewohner sind. Anders der Birnenstäubling. Er wächst ausschließlich an Holz, auch wenn dies auf unserem Foto nicht zu sehen ist. Der Eichenstumpf im Frankfurter Stadtwald war dicht mit Efeu bewachsen und ließ nur die jungen Stäublinge erkennen. Ihre äußere Hülle ist kahl oder kleiig, während die meisten seiner näheren Verwandten mit kurzen, spitzen Stacheln besetzt sind. Junge Stäublinge sind essbar, solange das Fleisch noch weiß und fest ist, aber nicht jedermanns Geschmack. Empfohlene Zubereitungsart: braten. (Dieter Gewalt) 

 


 

                                                             

Mycena stipata - Salpeterhelmling

Die hübsch anzuschauenden Blätterpilzchen findet man auf morschem Nadelholz, vor allem dann, wenn es mit Moos bewachsen ist. Auffallend ist ihr deutlicher Geruch nach Chlor (Schwimmbad, Salpeter), der jedoch als Bestimmungsmerkmal nicht ausreicht. Es gibt noch einige andere Helmlinge, die den gleichen Geruch aufweisen. Die hier abgebildete Kollektion wird auch als Viersporiger Nitrathelmling bezeichnet, die nur mikroskopisch vom Zweisporigen Nitrathelmling M. silvae-nigrae zu unterscheiden ist. Zur Zeit herrscht noch keine Einigkeit darüber, ob es sich hier um zwei gute Arten oder nur Varietäten einer Spezies handelt. Das Foto entstand am 10.09.2005 an der Gänsbrüh bei Dudenhofen, MTB 5919.3.4. (Dieter Gewalt)

 

 


 

Peniophora laeta - Hainbuchen-Cystidenrindenpilz

Einige Arten der Gattung Peniophora haben eine mehr oder weniger strenge Bindung an bestimmte Baumarten, was die Bestimmung erleichtern kann. Dazu muss man allerdings den Ast, auf dem man sie gefunden hat, korrekt zuordnen können. Wie der deutsche Name schon vermuten lässt, ist diese Art an die Hainbuche gebunden und die Merkmalskombination "an Hainbuche - Hymenium frisch hell orange, warzig bis raduloid - Pilz entwickelt sich unter der Rinde und sprengt sie auf" lässt sie im Felde meist sicher erkennen.  (Dieter Gewalt)

 

 

 


 

 

 

 

 

Phellinus conchatus - Muschelförmiger Feuerschwamm

Von der vhs-Pilzwanderung am 16.11.2008 im UG Schweinhecke bei Gut Neuhof (MTB 5918.3.4) kamen die Teilnehmer mit fast leeren Körben zurück. Wie so oft bei unergiebigen Exkursionen gab es aber auch hier von einem bemerkenswerten Fund zu berichten. Der Stamm einer alten Weide am Waldrand, direkt neben dem Golfplatz, war großflächig mit Fruchtkörpern des Muschelförmigen Feuerschwamms besetzt. Im Rhein-Main-Gebiet gehört dieser Porling mit nur sechs im Verbreitungsatlas verzeichneten Fundpunkten nicht gerade zu den häufigen Arten. Für mich war es ein persönlicher Erstfund. Charakteristisch für diesen Feuerschwamm ist neben dem Substrat die resupinate Wuchsform mit dachziegelig übereinander angeordneten, muschelförmigen Hütchen. Im Zweifelsfall hilft das Mikroskop. Die wie abgebrochen erscheinenden Seten im Hymenium sind ein arttypisches Kriterium. Wegen seiner Vorliebe für Weiden ist Phellinus conchatus vor allem in Auwäldern sowie an Bachläufen und Seeufern zu finden. (Dieter Gewalt)

 


 

Pholiota aurivella - Goldfellschüppling

Ein Fell hat er nicht, auch wenn sein wissenschaftlicher Artname aurivella "Goldfell" bedeutet. Nur ein paar dunkle Haarbüschel, die in der Regel in einer Schleimschicht eingebettet sind. Viel besser passt der zweite deutsche Name zu ihm, denn man findet die Pilze büschelig wachsend oft in einigen Metern Höhe an Stämmen alter oder toter Buchen: Hochthronender Schüppling. Ein beeindruckender Anblick! Beim Anschauen sollte man es belassen, denn wegen seiner Bitterkeit ist der Pilz für die Küche gänzlich ungeeignet.

Das im Foto gezeigte Büschel besteht aus noch jungen Pilzen, die an der Schnittfläche eines Buchenstamms am Jakobiweiher im Frankfurter Stadtwald (MTB 5918.1.3) wuchsen. Das FA auf dem dunkelgrünen Plastikschildchen bedeutet nicht etwa Finanzamt, sondern - dreimal dürft ihr raten...   Forstamt (Dieter Gewalt)

 


 

 

Pholiota flammans - Feuerschüppling

Pilze müssen nicht unbedingt für den Kochtopf taugen, um bei einem Waldspaziergang angenehm aufzufallen. Nicht nur der Gaumen, auch das Auge kann sich an ihnen erfreuen. Zu solchen attraktiven Arten gehört zweifellos der auf totem Nadelholz wachsende Feuerschüppling. Besonders dekorativ erscheint er dem Betrachter, wenn er auf grün bemoosten, morschen Stämmen erscheint wie das hier gezeigte Zwillingspärchen. Da er bitter schmeckt, lassen wir den leicht kenntlichen Pilz ungestört sein für den Wald so wichtiges Lebenswerk vollenden. Er verursacht eine Weißfäule im befallenen Holz und sorgt damit zu dessen umweltfreundlicher Beseitigung.

Abbildung nach einem Dia von Dieter Gewalt

 

 

 


Piptoporus betulinus - Birkenporling

Es gibt nur wenige holzbewohnende Pilze, denen man eine bedingungslose Wirtstreue attestieren kann. Der Birkenporling ist einer von ihnen. Im Gegensatz zu den ebenfalls an Birkenstämmen vorkommenden Zunder- und Rotrandigen Baumschwämmen (Fomes fomentarius, Fomitopsis pinicola) ist unser Pilz einjährig und die Konsistenz seiner Fruchtkörper sehr viel weicher. Seine heilsame Wirkung bei Magen-Darm-Beschwerden ist zwar wissenschaftlich nicht erwiesen, aber es gibt eine Vielzahl glaubhafter Berichte von Probanten, die ihn erfolgreich angewendet haben. Dazu werden die Pilze in dünne Scheiben oder Streifen geschnitten, getrocknet, und dann zu einem Sud verkocht, der wie Tee eingenommen werden kann. Den reichlich bitteren Geschmack kann man mit etwas Zucker oder Honig versüßen. Eine wohltuende Wirkung im Magen ist dem Gebräu jedenfalls nicht abzusprechen und es hat wohl auch noch niemandem geschadet. (Dieter Gewalt)


 

 

 

Schizophyllum amplum - Judasöhrchen

Dieser Pilz, der vor allem an noch am Baum befindlichen Pappelzweigen gefunden wird, erreicht Durchmesser von etwa 1,5 cm. Mit dem größeren Judasohr ist er trotz einer gewissen Ähnlichkeit nicht verwandt und nicht verschwägert. Eigens für das kleine Pappelbecherchen ist die Gattung Auriculariopsis aufgestellt worden, in der es sich sehr einsam vorkommen musste. 1996 sind schließlich verwandtschaftliche Beziehungen zum Spaltblättling erkannt worden, die monotypische Gattung Auriculariopsis konnte also aufgegeben werden. Das Judasöhrchen ist nun als Schizophyllum amplum mit einem anderen "Einsamen" zusammengerückt, denn auch die Gattung Schizophyllum ist in Europa mit nur einer Art vertreten. (Dieter Gewalt)


 

 

 

 

 

Und das ist er, der neue Verwandte: Schizophyllum commune, der Spaltblättling, ein Kosmopolit mit einem schier unüberschaubaren Wirtsspekrum. In Thailand habe ich ihn schon an einer mit blauer Farbe bemalten Kokosnuss gefunden! Bei uns bevorzugt er gefällte, noch berindete Buchenstämme oder -äste, auf denen er oft in großen Kolonien siedelt. Auch bei anhaltender Trockenheit ist er zu finden und selbst sonnenexponierte Standorte werden toleriert. Er dürfte in keinem Buchenbestand fehlen. Seinen Namen hat er von den scheinbar wie der Länge nach gespaltenen Lamellen, woran er immer sicher zu erkennen ist. Die Fruchtkörper sind zäh und daher nicht für die Küche geeignet. (Dieter Gewalt)

Foto: Thomas Lehr

 


 

Trametes versicolor  -  Ein so üppig mit Schmetterlingstrameten bewachsener Buchenstamm am Waldwegrand ist ein Blickfang, bei dem man einfach verweilen muss. Hinter den ineinander verzahnten Rosetten auf der Oberseite wuchsen dicht gedrängt über die halbe Stammlänge mehrere Reihen aus zungen- oder spatelförmigen Hüten und auch die Stirnseite war besetzt. Da greift man beeindruckt zur Kamera, um im Bild festzuhalten, was das Auge des Naturfreunds erfreut hat.  (Dieter Gewalt)

 

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