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Tour 4:

Auf der grünen Wiese

Inhalt:  Bovista plumbea - Coprinus comatus - Epichloe typhina - Hygrocybe punicea - Marasmius oreades - Psathyrella multipedata

 

 


 

Bovista plumbea - Bleigrauer Zwergbovist

Wo Gras wächst, ist der Bleigraue Zwergbovist nicht weit. Auf Druck zerbricht die äußere Schicht ähnlich wie eine Eierschale und gibt den Blick auf die innere bleigrau gefärbte Sporenkugel frei. Daher werden er und seine näheren Verwandten auch Eierboviste genannt. Für mich ist er ein typischer Friedhofspilz. Es dürfte in der Rhein-Main-Ebene wohl kaum einen Friedhof geben, auf dem er nicht zu finden ist. Er wird als essbar bezeichnet, aber ich habe bisher von keinem, der ihn probiert hat, eine wirklich positive Bewertung vernommen. (Dieter Gewalt)

Foto: Michael Hornung

 

 


 

 

 

Coprinus comatus - Schopftintling

Der einzige Tintling, der uneingeschränkt als Speisepilz zu empfehlen ist. Er liebt stickstoffreiche Standorte wie gedüngte Wiesen, Felder, Gärten, und ist auch häufig an ruderalen Waldwegrändern anzutreffen. Für die Küche ist die gut kenntliche und kaum verwechselbare Art nur im Jugendstadium geeignet, so lange die ei- bis walzenförmigen Hüte weiß und am unteren Rand noch durch den Stielring verschlossen sind. Pilze, deren Hüte und Lamellen sich bereits schwärzlich zu verfärben beginnen und alsbald zu schwarzer Tinte zerfließen, lässt man am besten stehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Arten sind auch die hohlen Stiele verwendbar. Besonders lecker sind die zartflischigen Pilze als Einlage in Fleischbrühe oder Bouillon. (Dieter Gewalt)


 

Epichloe typhina - Gras-Kernpilz

Bei einer Orchideenexkursion im Juni 2008 in Gersheim (Saarland) fanden wir neben vielen wunderschönen wilden Orchideen mitten in reich blühenden Wiesen einen recht unscheinbaren Pilz, den Gras-Kernpilz. Zwischen den exotisch anmutenden Orchideenblüten fiel er erst gar nicht auf. Hatte man ihn aber erst einmal entdeckt, war er auf einmal überall zu sehen.

Es ist ein auf Gräsern parasitierender Pilz, der manschettenförmig um deren Halme und Blätter wächst (daher auch sein anderer deutscher Name Manschettenpilz). Er ist zunächst weiß, später auffälliger orangefarben. Eine ausführliche Beschreibung findet sich im Fundkorb. (Bärbel Heckmann)

 


 

 

Hygrocybe punicea -Größter Saftling (auch Granatapfel-Saftling genannt)

Saftlinge werden oft als die Orchideen unter den Pilzen bezeichnet. Sie sind eines der letzten "Highlights" im Pilzjahr. In Rot-, Gelb-,  Orange-, Grün-, manchmal auch in Blau-, Lila- und Pinktönen bevölkern sie ungedüngte, kurzrasige Wiesen, die im Frühling oft Orchideenstandorte sind. Da ihr Lebensraum immer mehr eingeschränkt wird, sind sie als Seltenheit zu schonen, auch wenn in einigen Pilzbüchern manche Arten noch als essbar bezeichnet werden. Übrigens gebietet das auch die Artenschutzverordnung, die alle Saftlingsarten unter strengen Schutz gestellt hat. (Text und Foto Hermine Lotz-Winter)

 

 


 

Marasmius oreades - Nelkenschwindling

Wiesen, Parkanlagen, grasige Wegränder: das sind typische Standorte für den Nelkenschwindling, der gern in Hexenringen erscheint. Erkennungsmerkmale sind seine dicklichen, etwas entfernt stehenden Lamellen, die Schwindlingseigenschaft, dass trockene Pilze nach erneuter Befeuchtung wieder aufleben und weiter wachsen können, sowie der charakteristische Blausäuregeruch. Tatsächlich enthält die Art winzige Spuren des giftigen Cyanids, die seinen Wert als schmackhaften Speisepilz jedoch nicht beeinträchtigen. Die zähen Stiele sind zu entfernen. Kenner schätzen den Nelkenschwindling als Gemüse- und Suppenpilz. Er ist auch bestens zum Trocknen und zur Herstellung eines würzigen Pilzpulvers geeignet. (Dieter Gewalt)

 


 

 

 

 

Psathyrella multipedata - Büscheliger Faserling

Noch bis zur Mitte der 1990er Jahre wurde dieser Pilz zu Recht als Rarität bezeichnet, doch seither ist er enorm in Ausbreitung begriffen. Vor allem an grasigen Plätzen und in Parkanlagen findet man die Art in vielhütigen Büscheln. Das Foto entstand am frühen Morgen des 10. Oktober 1999 auf einer Rasenfläche am Hainer Weg (MTB 5918.1.1), dem Treffpunkt für pilzkundliche Wanderungen der Stadt Frankfurt, wo er auch in den nachfolgenden Jahren standorttreu erschienen ist. Beeindruckende Massenvorkommen sind rund um den Dietzenbacher Wollwiesenteich und an der Gänsbrüh bei Dudenhofen zu beobachten. Ausführliche Informationen über diesen Pilz im Fundkorb. (Dieter Gewalt)