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Tour 10:

Frühjahrspilze

Inhalt:  Agrocybe praecox - Calocybe gambosa - Entoloma clypeatum - Gyromitra esculenta - Morchella esculenta  ...  und andere

 


 

Agrocybe praecox - Voreilender Ackerling

 

Mit dem Mulchen von Bodenflächen hat der Voreilende Ackerling wie einige andere Arten verstärkt Zugang in vom Menschen bewohnte Areale gefunden. In Parkanlagen, Gärten oder Friedhöfen war er zuvor schon vertreten. In freier Natur findet man ihn vor allem an grasigen Wegrändern. Der Name "voreilend" verrät seine Erscheinungszeit. Er gehört zu den ersten Blätterpilzen des Jahres und kommt etwa gleichzeitig mit dem Maipilz, hält aber länger durch und ist noch bis in den Sommer hinein zu finden. In den meisten Pilzbüchern wird er als Speisepilz angegeben und er hat es m. E. nicht verdient, so heruntergemacht zu werden, wie es Andreas Gminder in seinem Handbuch für Pilzsammler tut. Ich würde ihn dem Maipilz jedenfalls vorziehen, mein Qualitätsurteil aber so formulieren: man kann ihn essen, aber wer darauf verzichtet, hat nichts versäumt.  (Foto: Michael Hornung; Text: Dieter Gewalt)


 

Calocybe gambosa - Maipilz

 

Kaum ein anderer essbarer Pilz ist so umstritten wie der Maipilz. Er spaltet die Gemeinde der Pilzfreunde in zwei Lager. Eine neutrale Mitte scheint es nicht zu geben. Die einen schätzen, die anderen verabscheuen ihn. Grund für die Zwiespältigkeit ist sein ausgeprägter ranziger Mehlgeschmack, der bei üblicher Zubereitung nicht verschwindet. Vorheriges Abbrühen soll hilfreich sein. Der Maipilz wächst in den Monaten April, Mai und Juni. Er bestätigt damit, was sein Name verspricht. Man findet ihn in Laub-, Misch- und Auwäldern, an Bachläufen und Seeufern, bsonders häufig in Gärten und Parkanlagen oder an grasigen Wegrändern, meist in größeren Trupps. Man hüte sich vor dem ab Mai fruktifizierenden Ziegelroten Risspilz, der nicht nach Mehl riecht, weniger robust ist und sich ziegelrot verfärbt. Er enthält Muskarin und kann schwere Vergiftungen verursachen. (Dieter Gewalt)

 


 

Entoloma clypeatum - Schildrötling

 

Dietzenbach, 20 April 2012. Mit dem Fahrrad unterwegs zu Aldi. Habe ich da nicht gerade Pilze am grasigen Wegrand gesehen? In der Tat. Auf den ersten Blick erkennbar Schildrötlinge, um die 20 Fruchtkörper. Zum ersten Mal als Begleiter von Heckenrosen (siehe Zweig im linken Hintergrund). Bisher habe ich diese Frühlingsart nur bei Pflaumen, Mirabellen oder Weißdorn gefunden, die ja auch zu den Rosaceae gehören. Wer sich seiner Bestimmung ganz sicher ist, darf die Pilze in der Küche verwenden. Sehr ähnlich ist der Schlehenrötling Entoloma sepium, der ebenfalls essbar und Begleiter von Rosaceae ist.   (Text und Foto: Dieter Gewalt)

 


Gyromitra esculenta - Frühjahrslorchel

 

Ihre Erscheinungszeit ist das Frühjahr (März bis Mai), ihr Areal sind sandige Kiefernwälder, in denen er saprobiontisch lebt. Mit Morcheln ist er nicht näher verwandt, wird aber oft von unerfahrenen Pilzsammlern für solche gehalten. Könnte gefährlich werden! Auch wenn der Artname esculenta essbar bedeutet und Frühjahrslorcheln noch immer in manchen Ländern auf Märkten angeboten werden, ist er ein Giftpilz. Er enthält das Leber- und Nierengift Gyromitrin und hat schon Todesfälle verursacht.

Mehr über diesen "delikaten Giftpilz" in einem Fundkorb-Artikel >>>  (Dieter Gewalt)

 


 

Morchella esculenta - Speisemorchel

 

Der Name "esculenta" bedeutet essbar - eine an Bescheidenheit kaum zu überbietende Untertreibung, denn diesen Pilz darf man mit Fug und Recht als Delikatesse bezeichnen. Im Feinkostladen muss man einen stattlichen Preis für ihn bezahlen. In freier Natur ist er auf den ersten Blick zu erkennen: unregelmäßig gekammerter, rundlicher bis eiförmiger Hut in meist hellen Farben, innen hohl, stets bei Laubbäumen und nur im Frühjahr wachsend. Man findet ihn vor allem in Auwäldern.

Unserer FundGroup ist die Speisemorchel von den traditionellen Kühkopf-Exkursionen zur Bärlauchzeit bestens bekannt. Beide, der delikate Pilz und das würzige Kraut, bleiben jedoch vor Ort, da Naturschutzgebiet. Nur Fotografieren ist erlaubt. Foto: Thomas Lehr    -    Text: Dieter Gewalt

 


 

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