Statistik
Startseite > Fotoalbum > Tour 1:

Tour 1:

20 Pilze von A bis X

Inhalt:  Aleuria aurantia  -  Amanita citrina  -  Amanita fulva  -  Bisporella citrina  -  Boletus calopus  -  Clathrus archeri  -Cortinarius (Tel.) armillatus  -  Helvella bulbosa  -  Hypholoma capnoides  -  Inocybe geophylla - Laetiporus sulphureus  -  Lycogala epidendrum  -  Mycena polygramma  -  Pleurotus citrinopileatus  -  Pluteus cervinus  -  Resupinatus applicatus  -  Russula amara  -  Russula nigricans  -  Thelephora terrestris  -  Tricholomopsis rutilans 


 

Aleuria aurantia - Orangegelber Becherling 

 

Pilze im Winter zu fotografieren kann besonders reizvoll sein. Der ohnehin schon attraktive Orangebecherling kommt durch die Schneereste an seinem Fundort noch kontrastreicher zur Geltung. Was manchmal wie weggeworfene Apfelsinenschalen aussieht, ist ein Ascomyzet, der fast ganzjährig gefunden werden und Fruchtkörper bis zu 10 cm Durchmesser bilden kann. Er wächst meist auf blanker Erde, insbesondere auf lehmhaltigen Böden.

Foto: Hermine Lotz

 

 


 

Amanita citrina - Gelber Knollenblätterpilz 

 

Der Gelbe Knollenblätterpilz dürfte der häufigste Wulstling im Rhein-Main-Gebiet sein. Da er keine besondere Vorliebe für bestimmte Baumarten hat, ist er in nahezu allen Waldtypen präsent. Er enthält zwar das Krötengift Bufotenin, das eine beschleunigte Herztätigkeit verursachen kann, aber da dieser Inhaltsstoff beim Erhitzen zerstört wird, kann man die Art kaum als Giftpilz, jedoch auf keinen Fall als Speisepilz bezeichnen.

Wichtigstes Kennzeichen ist die scharf gerandete Knolle an der Stielbasis, die angeschnitten oder aufgebrochen deutlich nach Kartoffelkeller riecht. Die Hutfarben variieren von gelblichgrün über blass gelb bis weiß, die scholligen Velumreste auf der Huthaut können fehlen oder abgewaschen sein. Ebenfalls nach Kartoffelkeimen riecht der in Nadelwäldern wachsende Porphyrbraune Wulstling Amanita porphyria, dessen Huthaut (wie der Name besagt) porphyrbraun gefärbt ist. (Dieter Gewalt)


 

 

 

Amanita fulva - Fuchsiger Scheidenstreifling

Gerade aus dem Ei geschlüpft streckt sich der Fuchsige Scheidenstreifling, um spätestens am nächsten Tag seine volle Länge zu erreichen. Ein Teil der "Eierschale" haftet noch am Hut, der größere Teil bleibt an der Stielbasis als häutige Scheide zurück - zusammen mit dem ringlosen Stiel und dem gestreiften Hutrand eines der charakteristischen Merkmale der Scheidenstreiflinge, einer Artengruppe aus der Gattung der Wulstlinge.

Die korrekte Bezeichnung dieser "Eierschale" ist Gesamthülle oder Velum universale. Sie schließt den gesamten jungen Fruchtkörper ein und hinterlässt arttypische Strukturen auf der Huthaut und am Stielgrund.

Scheidenstreiflinge sind grundsätzlich essbar, sollten aber wegen Verwechslungsgefahr und geringem Speisewert nicht gesammelt werden.

 

 

Das Foto von Dieter Gewalt entstand am 23.08.2007 im UG Ansfeld, einem Roteichenforst bei Nieder Roden im MTB 5919.3.3

 

 

 

 

 

 


 

Bisporella citrina - Zitronengelbes Holzbecherchen

Obwohl die kleinen Becherchen nur etwa 1 - 3 mm groß sind, bin ich schon gefragt worden, ob man sie essen kann. Meine Antwort:

"Oh ja, in Scheiben geschnitten und paniert in der Pfanne gebraten! Wegen einiger Verwechslungsmöglichkeiten wird allerdings dringend empfohlen, etwaige Funde vor der Zubereitung von einem Pilzsachverständigen prüfen zu lassen."

Das Foto entstand am 10.10.2005 am Hainer Weg im Frankfurter Stadtwald (Dieter Gewalt)

 

 


 

Boletus calopus - Schönfußröhrling

Im Flachland ist dieser prächtige Röhrling nur selten anzutreffen. Wer ihn im Rhein-Main-Gebiet finden möchte, hat vor allem im Taunus Chancen. Trotz des attraktiven Aussehens ist er wegen seines bitteren Geschmacks für die Küche nicht geeignet.

 

Abbildung nach einem Dia von Dieter Gewalt

 

 


 

 

Clathrus archeri - Tintenfischpilz

 

Als unscheinbare "Hexeneier" findet man sie häufig an Wegrändern ohne zu ahnen, was sich einmal daraus entwickeln wird. Irgendwann platzen diese schwabbeligen Kugeln am Scheitel auf und die roten Arme strecken sich in die Höhe, um sich dann wie die Tentakel von Kraken sternförmig abwärts zu biegen. Der unappetitliche Gestank des reifen Pilzes lockt Aasfliegen an, die für die Verbreitung der Sporen sorgen. Der Tintenfischpilz ist vermutlich aus Australien oder Neuseeland eingeschleppt und erstmals 1920 in den Vogesen beobachtet worden. Seither breitet er sich in West- und Mitteleuropa aus und hat bereits die Ostseeküste erreicht.

Foto: Hermine Lotz

Eine nahe verwandte, sehr seltene Art ist der Rote Gitterling Clathrus ruber, ausführlich vorgestellt im Fundkorb.


 

 

 

 

Cortinarius (Tel.) armillatus - Geschmückter Gürtelfuß

Schon dieser junge Pilz zeigt die typische Bänderung am Stiel, die ihm den Namen "geschmückt" eingetragen hat. Sie hat exakt die gleiche Farbe wie die Hutoberfläche, ein deutliches Indiz, dass beide gleichen Ursprungs sind. Der Geschmückte Gürtelfuß gehört zu den Haarschleierlingen und hier zur Untergattung Telamonia. Sein Mykorrhiza-Partner ist die Birke. Im Rhein-Main-Gebiet ist der Pilz nur lückenhaft vertreten (vier Fundpunkte im Verbreitungsatlas 1991/93). Der lateinische Artname armillatus bedeutet "mit einem Armband versehen, gebändert, geschmückt".

Foto: Thomas Lehr
 

 


 

 

Helvella bulbosa (Syn.: Macroscyphus macropus) - Langgestielter Pokalbecherling, Grauer Langfüßler

Am 28. August 2002 fand ich diesen Ascomyzeten zum ersten Mal im Ansfeldwald (MTB 5919.3.3). Auf einer Fläche von etwa einem halben Quadratmeter standen mehr als 50 Fruchtkörper dicht gedrängt auf blanker Erde. Obwohl ich den Standort in den Folgejahren im Auge behalten habe, ist die Art hier nicht mehr erschienen. Fünf Jahre später tauchte der Graue Langfüßler dann etwa 200 m entfernt an einem grasigen Wegrand auf. Diesmal waren es an die 25 Exemplare. (Dieter Gewalt)

Norbert Kühnberger fotografierte sie am 9. Juli 2007.

 


 

 

 

Hypholoma capnoides - Rauchblättriger Schwefelkopf

Von den drei häufigen, büschelig wachsenden Schwefelkopfarten im Rhein-Main-Gebiet sind zwei bitter und giftig. Sie verursachen Erbrechen und Durchfall. Die Hüte des dritten sind unter Kennern für die Küche begehrt. Man erkennt sie, wie der Name schon verrät, an den rauchgrauen Lamellen, während die der beiden anderen grün gefärbt sind. Sie wachsen (fast) ausschließlich an Nadelholz, was aber kein relevantes Unterscheidungsmerkmal ist. Der Grünblättrige Schwefelkopf besiedelt sowohl Laubholz als auch Koniferen und nicht selten findet man beide Arten am gleichen Stumpf oder Stamm. Es ist also Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall hilft eine Geschmacksprobe. Der rauchblättrige ist mild, ohne eine Spur von Bitterkeit. Er erscheint oft schon im Frühjahr, legt im Sommer eine Pause ein, um dann im Herbst zu den häufigsten Nadelwaldpilzen zu zählen.  (Foto: Dieter Gewalt am 15.10.2007 auf der Billtalhöhe im Taunus)


Inocybe geophylla - Seidiger Risspilz

Zwei gute Gründe, einen Bogen um Risspilze zu machen: die meisten sind giftig - ihre Bestimmung ist schwierig. Ohne Mikroskop und Spezialliteratur ist da nicht viel zu machen. Weniger erfahrene Pilzfreunde tun sich schon schwer, überhaupt die Gattungszugehörigkeit zu erkennen. Der Seidige Risspilz (auch Erdblättriger Risspilz genannt) gehört zwar zu den giftigen, ist aber, was seine Identifizierbarkeit betrifft, eine Ausnahme. Er sit schon im Feld gut anzusprechen. Seine wichtigsten Merkmale: jung kegelige Hutform, später mit spitzem Buckel, weiß mit seidigem Glanz. Im Gegensatz zu vielen seiner Verwandten ist seine Huthaut nicht radial rissig. Als Violetten Seiden-Risspilz (var. lilacea) gibt es ihn auch in einer Farbviariante.  (Dieter Gewalt)

 


 

 

 

Laetiporus sulphureus - Schwefelporling

Dieser prächtige, vor allem an Eichen, Weiden, Pappeln, aber auch an Apfel und Birne wachsende Porling ist wegen seiner auffallenden Färbung meist schon von weitem sichtbar. Wenn man das Glück hat, junge Fruchtkörper anzutreffen, darf man an ein leckeres Pilzgericht denken. Das geeignete Küchenstadium ist gegeben, solange sie mit dem Messer "wie durch Butter" abgeschitten werden können. Wir haben sie z. B. in dünne Scheiben geschnitten, mit gehobelten Mandeln flach gespickt, in einer Art Pfannkuchenteig gewendet und in kochendem Öl frittiert. Den Teig haben wir aus Mehl, Eigelb und Wasser zubereitet und mit Pfeffer, Salz und Muskat gewürzt. Hat prima geschmeckt! Vorheriges, mehrstündiges Auswässern des Pilzes, wie von einigen Pilzbuchautoren empfohlen, scheint uns entbehrlich zu sein.

Abbildung nach einem Dia von Dieter Gewalt

 


 

 

 

Lycogala epidendrum - Blutmilchpilz

Die schön rosa gefärbten, etwa erbsengroßen Fruchtkörper dieses häufigen Schleimpilzes scheinen nicht nur menschlichen Naturfreunden zu gefallen. Auch die kleine Schnecke interessiert sich für die kugeligen Gebilde, die bald ihre Farbe ändern, vertrocknen und dann eine ungeheure Menge von Sporen entlassen werden. Im Jugendstadium kriechen diese bizarren Wesen wie Amöben fressend über das Substrat, sind nicht Fisch, nicht Fleisch, sondern eine eigenständige, zwischen Pilzen und niederen Tieren stehende Organismengruppe.

 

Foto: Thomas Lehr

 

 

 


 

 

Mycena polygramma - Rillstieliger Helmling

Diese für die Gattung Mycena (Helmlinge) stattliche Art wurde am .... im  MTB ....   gefunden. Der Pilz ist im Rhein-Main-Gebiet weit verbreitet. Nicht immer sind die Stiele so ausgeprägt gerillt wie bei der vorliegenden Kollektion.

Weitere Kennzeichen der Art im Feld sind das büschelige Wachstum an oder neben alten Holzstümpfen, die recht einheitliche graue Färbung, das Fehlen eines ausgeprägten Geruchs sowie ein Hutdurchmesser bis 5 und eine Höhe bis 10 cm. 

Foto: Hermine Lotz
 

 

 

 

 


Pleurotus citrinopileatus - Limonenseitling

 

Dieser attraktive, leuchtend gelbe Pilz war der Hingucker bei einem FundGroup-Besuch im Pilzzuchtbetrieb Kubach bei Langen. In freier Wildbahn wird man ihn in unseren Breiten vergeblich suchen, aber Interessenten können bei zahlreichen Anbietern Pilzbrut oder beimpfte Stroh-Pellets zur Kultivierung im eigenen Garten erwerben. Heimisch ist die mit unserem Austernseitling verwandte Art in den subtropischen Wäldern Asiens (China, Süd-Japan), wo sie auf Harthölzern fruktifiziert. Wegen seines etwas säuerlich-fruchtigen Geschmacks sind die Meinungen über seinen Speisewert geteilt. Besonders empfohlen wird er als Beilage zu Fischgerichten.

Abbildung nach einem Dia von Dieter Gewalt

 

 


Pluteus cervinus - Rehbrauner Dachpilz

 

Dieser Pilz gehört zu den häufigsten Holz bewohnenden Arten und dürfte in kaum einem Wald fehlen. Ihn an einem Laubbaumstumpf im Park bei unserer Dietzenbacher Wohnanlage zu finden, war für mich aber eine Überraschung. Nie zuvor habe ich diesen Dachpilz außerhalb eines Waldes gesehen. In den meisten Pilzbüchern wird er zwar als essbar angegeben, aber seit einem negativ ausgefallenen Test in der eigenen Küche lasse ich die Finger von ihm. Mit seinem muffigen Geschmack hat er mir den Appetit an einem Mischpilzgericht total verdorben.

Text und Foto: Dieter Gewalt

 


 

 


Resupinatus applicatus - Zwergseitling 

 

Am ehesten findet man die hübschen Zwerge auf der Unterseite nicht zu trocken liegender Buchen- oder Eichenäste. Sie werden kaum mehr als 1 cm groß und sind mit dem Hutscheitel am Substrat angewachsen. Zur sicheren Bestimmung innerhalb der Gattung ist auf die helle Hutoberseite und die blass grauen Lamellen zu achten. Der ansonsten identische Resupinatus trichotis hat eine dunkelbraune bis fast schwarze Huthaut und die Lamellen sind dunkel braun bis graubraun. Da es farbliche Übergänge gibt, werden die beiden Arten von manchen Autoren synonymisiert.

 

Foto: Hermine Lotz 

Text: Dieter Gewalt

 


 

 

Thelephora terrestris - Erdwarzenpilz 

 

Diese auf den ersten Blick unscheinbaren Pilze dürften in kaum einem Wald fehlen. Man findet sie in spärlich entwickelten Jungstadien bis hin zu prachtvoll ineinander verwobenen oder dachziegelig angeordneten Rosetten. Sie bevorzugen eindeutig Nadelwälder, besiedeln gern Holzreste, Äste oder Wurzeln, sind aber auch im Laubwald zu finden. Was nicht jeder weiß und manchen überraschen dürfte: Thelephora terrestris ist in der Tat ein Mykorrhizapilz!

 

Abbildung nach einem Dia von Dieter Gewalt

 


 

 

 

 

Tricholomopsis rutilans - Purpurfilziger (auch Rötlicher) Holzritterling

Dieser recht häufige Pilz macht einen überaus appetitlichen Eindruck, doch leider hält er nicht, was sein Aussehen verspricht. Er ist zwar nicht giftig, aber sein Geschmack so unangenehm dumpf und muffig, dass man eine Kostprobe schnell wieder ausspuckt. Man findet die lebhaft gefärbte Art schon recht früh im Jahr (áb Juni/Juli) bis in den Spätherbst (November/Dezember) an Nadelbäumen, gern an Stümpfen, sehr selten auch an Laubholz. Im Rhein-Main-Gebiet ist die Kiefer ihr Hauptwirt.

Abbildung nach einem Dia von Dieter Gewalt