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2009-09-16 Schizophyllum amplum u. commune

 


 

seit 16.09.2009 im Archiv:

Das Judasöhrchen, das vor allem an noch am Baum befindlichen Pappelzweigen gefunden wird, erreicht Durchmesser von etwa 1,5 cm. Mit dem größeren Judasohr ist es trotz einer gewissen Ähnlichkeit nicht verwandt und nicht verschwägert. Eigens für das kleine Pappelbecherchen ist die Gattung Auriculariopsis aufgestellt worden, in der es sich sehr einsam vorkommen musste. 1996 sind schließlich verwandtschaftliche Beziehungen zum Spaltblättling erkannt worden, die monotypische Gattung Auriculariopsis konnte also aufgegeben werden. Das Judasöhrchen ist nun als Schizophyllum amplum mit einem anderen "Einsamen" zusammengerückt, denn auch die Gattung Schizophyllum ist in Europa mit nur einer Art vertreten.

 

 

 

 

Und das ist er, der neue Verwandte: Schizophyllum commune, der Spaltblättling, ein Kosmopolit mit einem schier unüberschaubaren Wirtsspekrum. In Thailand habe ich ihn schon an einer mit blauer Farbe bemalten Kokosnuss gefunden! Bei uns bevorzugt er gefällte, noch berindete Buchenstämme oder -äste, auf denen er oft in großen Kolonien siedelt. Auch bei anhaltender Trockenheit ist er zu finden und selbst sonnenexponierte Standorte werden toleriert. Er dürfte in keinem Buchenbestand fehlen. Seinen Namen hat er von den scheinbar wie der Länge nach gespaltenen Lamellen, woran er immer sicher zu erkennen ist. Die Fruchtkörper sind zäh und daher nicht für die Küche geeignet. (Dieter Gewalt)

Foto links: Thomas Lehr - Foto oben: D. Gewalt